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Neuromodulierende Wirkstoffe

Antidepressiva: Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)

Serotonin-Wiederaufnahmehemmer

  • sollen motivationssteigernd wirken.

Ein häufig verwendeter SSRI ist Escitalopram (Handelsnamen Lexapro, Cipralex), das (S)-Enantiomer der racemischen Substanz Citalopram (Handelsnamen Cipramil, Seropram®).

Abb.1
Escitalopram

Escitalopram und Citalopram sind gut verträglich und werden zur Behandlung von Depressionen, Panikattacken, Angst- und Zwangsstörungen eingesetzt.

Das (S)-Enantiomer Escitalopram hat allerdings eine fast 170fach höhere Affinität zum Serotonin-Transporter als das (R)-Enantiomer, zeigt nur wenig Nebenwirkungen und nur geringe Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Dieser Wirkstoff wird sowohl in der Akuttherapie als auch zur Langzeitbehandlung eingesetzt.

Maximale Plasmakonzentrationen dieses oral verabreichten Wirkstoffs sind nach ca. 3-4 Stunden erreicht, und da die Plasma-Halbwertszeit etwa 30 Stunden beträgt, reicht eine einmalige Dosis am Tag. Der Abbau im Gehirn erfolgt fast ausschließlich über die Monoamin-Oxidase (MAO). In der Leber wird der Wirkstoff über drei P450-Isoenzyme entgiftet, die CYP3A4, die CYP2D6 und die CYP2C19.

Nebenwirkungen

Zu den häufig berichteten leichten Nebenwirkungen von Escitalopram zählen Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Schlafstörungen oder auch Fieber und Libidostörungen. Schwere Nebenwirkungen wie das Serotonin-Syndrom treten auf, wenn Escitalopram in Kombination mit Monoamin-Oxidase-(MAO)-Hemmern eingenommen wird. Wenn dieses Medikament nach einer längeren Therapie plötzlich abgesetzt wird, sind Entzugserscheinungen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Panikattacken möglich.

Ein Beispiel: Fluoxetin (Handelsname Prozac)

Abb.2
Fluoxetin

Prozac ist eines der am häufigsten verordneten Medikamente zur Therapie von Depressionen, Zwangsstörungen und Essstörungen wie der Ess/Bechsucht (Bulimie), aber auch bei Alzheimer und nach Gehirninfarkten. Aufgrund seiner motivationssteigernden Wirkung ist Prozac besonders in den USA fast zu einer Art Lifestyle-Droge - quasi eine Glückspille - geworden, da dieses Medikament oft auch bei Indikationen wie Schüchternheit oder leichtes Unwohlsein verordnet worden ist. Auch Fluoxetin ist ein SSRI mit nicht-betäubender Wirkung.

Literatur

Förstl, H. (2009 ): Neuro-enhancement. Brain doping. In: Nervenarzt. 80 , 840-6

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