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Neuromodulierende Wirkstoffe

Antidepressiva: Phosphodiesterase-Hemmer

Hemmstoffe der Phosphodiesterase-4

  • sollen die Gedächtnisleistung steigern.

Neben den Wirkstoffen, die den Serotonin-Stoffwechsel beeinflussen, gibt es noch andere Medikamente, die zur Therapie von Depressionen geeignet sein können.

Abb.1
Rolipram

Hemmstoffe der Phosphodiesterase-4 verlangsamen den Abbau des sekundären Botenstoffs cAMP durch intrazelluläre Phosphodiesterasen in den Nervenzellen. Auf diesem Weg wird die Wirkung des Neurotransmitters Noradrenalin auf β-adrenerge Rezeptoren verstärkt. Ein typischer Phosphodiesterase-4-Hemmer ist beispielsweise das Rolipram. Rolipram verbesserte in Versuchen mit übermüdeten Mäusen die Gedächtnisleistung signifikant, dazu kommt eine entzündungshemmende Wirkung.

Rolipram verursacht erhebliche Nebenwirkungen. Eine Reihe von besser verträglichen Phosphodiesterase-4-Hemmern wie z.B. Piclamilast oder das vor allem in Japan eingesetzte Ibudilast werden derzeit zur Behandlung von chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD1)) getestet. Ob sich diese Medikamente auch auf die Gedächtnisleistung positiv auswirkt, ist noch nicht untersucht worden.

Nebenwirkungen von Rolipram

Rolipram wurde 1979 ursprünglich als Antidepressivum und zur Behandlung von Multipler Sklerose entwickelt, gelangte jedoch wegen der schweren Nebenwirkungen nie zur Marktreife. Abgesehen von dosisabhängigen Nebenwirkungen wie Übelkeit und Schwindel zeigten sich in Versuchen mit verschiedenen Nagetieren erhebliche Verhaltensauffälligkeiten der behandelten Tiere wie Überaktivität und ungewöhnliche Motorik.

Literatur

Vecsey, C. G.; Baillie, G. S.; Jaganath, D.; Havekes, R.; Daniels, A.; Wimmer, M.; Huang, T.; Brown, K. M.; Li, X. Y.; Descalzi, G.; Kim, S. S.; Chen, T.; Shang, Y. Z.; Zhuo, M.; Houslay, M. D.; Abel, T. (2009): Sleep deprivation impairs cAMP signalling in the hippocampus.. In: Nature. 461 , 1122-5
1)COPD: chronic obstructive pulmonary disease
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