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Neuromodulierende Wirkstoffe

Nicotin

Nicotin

  • soll stimulieren und
  • die Aufmerksamkeit, Motivation und Leistungsfähigkeit steigern.
Abb.1
(-)-(S)-Nicotin

Nicotin ist ein Alkaloid der Tabakpflanze (Nicotiana tabacum). Dieses starke Zellgift wird in der Wurzel der Tabakpflanze gebildet und wandert bei Reifung der Pflanze in die Blätter. In der Natur kommt nur das (S)-Enantiomer dieses Alkaloides vor, das (R)-Enantiomer ist pharmakologisch nicht aktiv.

Nicotin wird beim Verbrennen des Tabaks freigesetzt und ist an die Teerpartikel im Rauch gebunden. So gelangt es in die Lunge und von dort ins Blut. Da es die Blut-Hirn-Schranke passieren kann, erreichen Nicotin-Moleküle bereits sieben Sekunden nach ihrer Aufnahme das Gehirn und steigern dort die Aktivität von nicotinergen Acetylcholin-Rezeptoren. Nicotin ist ein Agonist, der an den Acetylcholin-Rezeptor bindet und den von ihm gesteuerten Ionenkanal offen hält, da er von der Acetylcholin-Esterase nicht abgebaut werden kann.

Nicotin beschleunigt den Herzschlag und führt zu einer Verengung der peripheren Blutgefäße, so dass der Blutdruck steigt. Zudem wird mehr Adrenalin, Dopamin und Serotonin freigesetzt. Als Folge steigen die Aufmerksamkeit, die Motivation und die Leistungsfähigkeit an - allerdings nur kurzzeitig. Hunger, Angst und aggressive Gefühle werden gedämpft.

3D-Modelle Nicotin und Acetylcholin

Nebenwirkungen

Abb.2

Nicotin ist giftig - 1 mg/kg Körpergewicht ist für Erwachsene tödlich!

Nicotin macht abhängig. Wenn die Nicotin-Konzentration im Gehirn sinkt, treten Entzugserscheinung auf, beispielsweise Kopfschmerzen, Nervosität, Konzentrationsstörungen und Gereiztheit. Schlaflosigkeit, Depressionen und ein verstärktes Hungergefühl sind weitere typische Symptome, die sich bei Rauchern nach einigen Tagen Entzug einstellen.

Rauchen verursacht weitere Nebenwirkungen außer denen, die durch Nicotin verursacht werden, denn Zigaretten enthalten noch eine Reihe anderer giftiger Stoffe z.B. Teer. Diese Stoffe fördern Krebserkrankungen oder das Risiko für Herz- und Lungenerkrankungen (chronische Bronchitis, Asthma, Herzinfarkt, Schlaganfall, Thrombosen). Langfristig wird bei Rauchern der Geruchs- und Geschmackssinn beeinträchtigt.

Das so genannte Raucherbein ist eine arterielle Verschlusskrankheit (AVK), bei der sich die Gefäße zunehmend verengen - u.a. auch die Gefäße, die die Beine versorgen. Bei Belastungen, also z.B. bei Spaziergängen, schmerzen die Beine stark, so dass nur noch kurze Strecken zurückgelegt werden können - daher auch der umgangssprachliche Name "Schaufensterkrankheit"; die Betroffenen müssen quasi an jedem Schaufenster stehen bleiben. In späteren Stadien stirbt aufgrund mangelnder Blutunterversorgung das Gewebes an den Füßen ab. Ursache des Raucherbeins kann neben dem Konsum von Nicotin auch eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Bluthochdruck oder eine Störung des Fettstoffwechsels sein.

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