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Wichtige Neurotransmitter

Aufgaben des Acetylcholin-Systems

Acetylcholin ist der Transmitter an den motorischen Endplatten. Man unterscheidet zwischen der muscarinen und der nicotinischen Wirkung von Acetylcholin. Zu den muscarinen Effekten, die bereits bei einer relativ geringen Konzentration von Acetylcholin auftreten, gehören Gefäßerweiterung, Blutdrucksenkung und Verlangsamung des Herzschlags. Höhere Dosen von Acetylcholin führen zu den nicotinischen Effekten, d.h. zu Blutdrucksteigerung. Die Wirkung des Acetylcholins wird durch zwei entsprechend verschiedene Rezeptortypen vermittelt.

Aufgaben des Serotonin-Systems

Serotonin nimmt unter den Botenstoffen vermutlich eine Sonderstellung ein. Insgesamt existieren im Gehirn zwar lediglich rund 500.000 Nervenzellen, die diesen Botenstoff überhaupt benutzen können, doch diese Zellen sind besonders stark vernetzt und haben Verbindungen zu allen Strukturen des Gehirns. Sie koordinieren offenbar viele Abläufe. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand werden Stimmungslage, Impulsivität, Appetit, Sexualität, Schlaf sowie Angst und Zwang von Serotonin-haltigen Nervenzellen aus übergeordneter Instanz gesteuert. Das Serotonin-System ist eng mit dem Noradrenalin-System verzahnt. Bei der generalisierten Angsterkrankung kommt es zu einer überschießenden Aktivität dieses Botenstoffes.

Aufgaben des Noradrenalin-Systems

Noradrenalin hat einen regelnden und modulierenden Einfluss auf das gesamte Zentralnervensystem und ist besonders an der Erzeugung von Gefühlen und Stimmungen beteiligt. Es beeinflusst Aktivität, Interesse und Motivation. Eine bestimmte Region im zentralen Nervensystem, der Locus coeruleus, enthält mindestens 50 Prozent aller Noradrenalin-Nervenzellen und sendet zahlreiche Informationen in verschiedene Hirnareale. In psychiatrischer Hinsicht ist hier ein Angriffspunkt bei Depressionen gegeben, aber auch bei Angsterkrankungen: wird der Locus coeruleus stimuliert, folgen Angst- und Furchtreaktionen.

Aufgaben des GABA-Systems

Das GABA2)-System kann man als Gegenspieler des Glutamat-Systems bezeichnen. Beide Botenstoffe sind im Gehirn in vielen Synapsen vertreten. Das GABA-System hemmt die Aktivität der mit ihm verbundenen anderen Nervenzellsysteme. In Bezug auf Angststörungen wird weiterhin vermutet, dass GABA eine wichtige Rolle zukommt.

Aufgaben des Glutamat-Systems

Glutamat ist sozusagen der Gegenspieler von GABA. Dieser Neurotransmitter wirkt erregend auf alle nachgeschalteten Systeme, kann jedoch auch hemmend wirken. Zusammen mit Dopamin hat Glutamat eine zentrale Funktion bei Gedächtnisfunktionen und kognitiven Vorgängen. Darüber hinaus hat Glutamat eine Art Sonderstatus: zu viel des Guten wirkt auf die nachgeschaltete Zelle giftig und kann zu deren Untergang führen. Unklar ist generell noch, inwieweit Neurotransmitter-Störungen zum eigentlichen Ausbruch von psychiatrischen Erkrankungen führen oder ob sie selbst lediglich Symptom des Prozesses sind.

Aufgaben des Dopamin-Systems

Dopamin entsteht im Organismus durch Decarboxylierung von L-Dopa3) als Produkt des Tyrosin-Stoffwechsels. Dopamin wird zur Stimulation des vegetativen Nervensystems und zur Steigerung des arteriellen Blutdrucks eingesetzt. Es ist beteiligt an der Stressbewältigung, am männlichen Sexualverhalten und an der Drogenabhängigkeit. Ein Mangel an Dopamin, bzw. ein Mangel an Dopamin-Rezeptoren im Gehirn gilt als Ursache der Parkinson-Krankheit. Zur Behandlung wird allerdings L-Dopa eingesetzt, da Dopamin die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann.