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Neuromodulierende Wirkstoffe

Neuropeptid Y

Neuropeptid Y

  • soll die Gedächtnisleistung erhöhen und
  • Stressreaktionen reduzieren.
Mouse
Abb.1
Das menschliche Neuropeptid Y

PDB-Code: 1RON

Neuropeptid Y (NPY) ist ein kleines Peptid aus 36 Aminosäuren, das zu den Neurotransmittern gezählt wird. Es ist vor allem in den Nervenzellen des Gehirn und auf den noradrenergen Neuronen des peripheren Nervensystems zu finden. Es reguliert eine ganze Reihe von Prozessen wie Hungergefühl, Angst- und Stressreaktionen und ist an der Insulin-Freisetzung und der Magen-Darm-Motilität beteiligt. Vermutlich spielt das NPY auch bei Fettsucht, Arterienverkalkung und entzündlichen Prozessen eine Rolle.

Das Peptid bindet an Neuropeptid-Y-Rezeptoren auf der Zielzelle und löst dort eine kaskadenartige Reaktion aus. Mittlerweile sind mindestens sechs verschiedene dieser G-Protein-gekoppelten Rezeptoren beschrieben, Y1-Y6, die in unterschiedlichen Geweben vorkommen. Rezeptor Y5 kommt beispielsweise fast ausschließlich im Gehirn vor und zwar in den Bereichen, die für die Appetitregulation wichtig sind. Rezeptor Y4 ist auf den Darm beschränkt und reguliert entsprechend Funktionen wie die Darm-Motilität.

Weitere Informationen zur Signalübertragung bei G-Protein gekoppelten Rezeptoren finden Sie hier.

In verschiedenen Studien konnte gezeigt werden, dass NPY die Gedächtnisleistung erhöht. Bei Soldaten im Krieg soll eine hohe NPY-Konzentration die Stressreaktion reduzieren (Spiegel Online 2010) und so die Gefahr einer posttraumatischen Belastungsstörung verringern.

Literatur

Thorsell, A.; Michalkiewicz, M.; Dumont, Y.; Quirion, R.; Caberlotto, R.; Caberlotto, L.; Rimondini, R.; Mathe, A. A.; Heilig, M. (2000): Behavioral insensitivity to restraint stress, absent fear suppression of behavior and impaired spatial learning in transgenic rats with hippocampal neuropeptide Y overexpression.. In: Proc. Natl. Acad. Sci.. 97 , 12852-7

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