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Neuromodulierende Wirkstoffe

Antidementiva (Nootropica)

Antidemenz-Mittel

  • steigern die Gedächtnisleistung und
  • die kognitiven Fähigkeiten.
Abb.1

Medikamente gegen Vergesslichkeit - ein viel versprechender Markt!

Mit dem Alter nehmen leichte kognitive Störungen (mild cognitive impairments oder MCIs) generell zu - ältere Menschen vergessen einfach mehr, besonders Dinge, die im Kurzzeitgedächtnis gespeichert werden. Der Übergang von der altersabhängig normalen leichten Vergesslichkeit zur Demenz ist fließend und wird oft anhand der so genannten delayed recall period definiert, also an der Zeit, die benötigt wird, um sich in Gedächtnistests an bestimmte Informationen zu erinnern. Im Übergangsstadium zur Demenz kommen zunehmend verminderte Abstraktionsfähigkeit, die Beeinträchtigung des Urteilsvermögens und Entscheidungsschwierigkeiten hinzu.

Altersbedingte Demenzerkrankungen und die Alzheimer-Krankheit sind durch eine erhebliche Vergesslichkeit der betroffenen Patienten charakterisiert. Neben diversen neurologischen Auffälligkeiten wie z.B. Verhaltensveränderungen verringern sich Gedächtnisleistung und kognitive Fähigkeiten fortschreitend. Langfristig sterben die Neuronen ab, so dass die Patienten ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr in der Lage sind, ihre Alltagsbelange selbstständig zu regeln.

Acetylcholin-Esterase-Hemmstoffe

Medikamentös wird die leichte bis mittelschwere Demenz oft mit Hemmstoffen der Acetylcholin-Esterase behandelt, die das aktive Zentrum der Acetylcholin-Esterase (AChE) reversibel blockieren. Als Folge wird die Spaltung von Acetylcholin in Acetat und Cholin verringert und die Konzentration des Neurotransmitters Acetylcholin im synaptischen Spalt steigt an. Nach den Angaben der Hersteller dieser Präparate soll der geistige Verfall durch diese Antidementiva um ca. zwei Jahre verzögert werden, die statistische Datenlage bezüglich der Wirksamkeit ist allerdings mager. Der erste Vertreter der Acetylcholin-Esterase-Inhibitoren war Tacrin, ein Wirkstoff, der heute vor allem wegen der leberschädigenden Nebenwirkungen nur noch sehr selten eingesetzt wird. Typische aktuell verwendete Acetylcholin-Esterase-Hemmstoffe zur Alzheimer-Therapie sind Donepezil, Rivastigmin und Galantamin.

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Abb.2
Monomer der Acetylcholin-Esterase

Ein Monomer der AChE besteht aus 537 Aminosäuren (PDB-Code: 1EA5).

Abb.3
Enzymatische Acetylcholin-Spaltung

Weitere ChemgaPedia-Informationen zur Hemmung der AChE können Sie hier finden.

Andere Wirkstoffe zur Therapie von Demenzerkrankungen

Antidementiva wie Dimebon oder die Ampakine beruhen auf der Modulation von NMDA- und AMPA-Rezeptoren. Auch der Neurotransmitter Serotonin wird für die Alzheimer-Therapie eingesetzt.

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