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Die PCR in der Praxis

Die Multiplex-PCR

Bei einer Multiplex-PCR1) werden in einer real-time-PCR nicht nur eine, sondern verschiedene Template-DNAs gleichzeitig in einem Reaktionsgefäß amplifiziert (oder entsprechend für die Multiplex-RT-PCR, verschiedene RNA-Moleküle).

Bei dieser Methode, die oft für Analysen zur Genexpression, zum Nachweis von Viren oder für Genotypisierungen verwendet wird, können die Templates zusammen mit einer interne Kontrolle (Standard) in einem Ansatz amplifiziert werden. Durch dieses Verfahren sind die Ansätze absolut vergleichbar bezüglich der Reaktionsbedingungen im Gegensatz zu PCR-Assays, die in verschiedenen Gefäßen stattfinden. Als interner Standard wird oft ein so genanntes house-keeping-Gen eingesetzt, oder eine andere dem Ansatz hinzugefügte bekannte DNA bzw. RNA. House-keeping-Gene sind so genannte "Haushaltsgene" wie die Lactat-Dehydrogenasen, die immer in den Zellen benötigt werden und deren Genexpression sich von Probe zu Probe nicht verändert. Eine Multiplex-PCR eignet sich nur für analytische Zwecke. Für eine Vervielfältigung von DNA-Molekülen werden anderen PCR-Verfahren eingesetzt.

Eine Multiplex-PCR ermöglicht nicht nur maximale Vergleichbarkeit von PCR-Ansätzen, sondern senkt gleichzeitig auch die Kosten für die Reagenzien. Das Verfahren ist aber nur möglich, wenn die verschiedenen sequenzspezifischen Proben mit unterschiedlichen Fluoreszenzfarbstoffen plus zugehörigem Quencher markiert sind. Wenn sich die Emissionsspektren der Proben deutlich unterscheiden und nicht miteinander überlappen, lässt sich jedes detektierte Fluoreszenzsignal einer Probe genau zuordnen.

1)PCR: polymerase chain reaction
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