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Diabetes - Ursachen und Behandlung

Diabetes Typ 1 - Insulin-Therapien im Vergleich

Abb.1
Bestimmung des Glucosespiegels im Blut

Ein Diabetes Typ 1 wird grundsätzlich mit Insulin behandelt. Solche Therapien können aber sehr unterschiedlich durchgeführt werden; welche Therapie im Einzelfall geeignet ist, hängt stark vom einzelnen Patienten ab. Während einige sehr einfach durchzuführen sind, aber an eine relativ unflexible Diät geknüpft sind, erfordern andere Therapien eine genaue Kontrolle des Blutglucosespiegels, die z.B. von Kindern unter 10 Jahren nicht allein geleistet werden kann.

Je präziser der Insulin-Bedarf angepasst wird, desto eher kann der Patient ein normales Leben führen. Die präzise Anpassung erfordert allerdings einige Kenntnisse über den Kohlenhydratgehalt der Mahlzeiten und generelle Stoffwechselvorgänge im Körper. Körperliche Aktivitäten wie Sport, Stress oder die Einnahme bestimmter Medikamente wie Corticosteroide sind dabei ebenso wichtige Faktoren wie die körpereigene Restinsulin-Produktion oder das Dawn-Phänomen.

Die einfachste (und älteste) Insulin-Therapie ist die konventionelle Insulin-Therapie (CT), bei der zwei- bis dreimal täglich eine bestimmte Dosis an Kombinationsinsulin (20-50 % Normalinsulin mit 50-80 % Langzeitinsulin) gegeben wird. Diese Art der Therapie wird heute eigentlich nur noch bei kleineren Kindern durchgeführt, da sie eine vergleichsweise streng einzuhaltende Diät erfordert und dem Patienten keine Möglichkeit lässt, seinen Insulin-Bedarf individuell anzupassen. Bei der intensivierten konventionellen Insulin-Therapie (ICT), auch Basis-Bolus-Prinzip genannt, wird eine bestimmte Menge an Basisinsulin (ca. 1 IE1) Verzögerungsinsulin pro Stunde) gegeben, das durch ein Mahlzeiteninsulin (kurz wirksame Insulin-Analoga z.B. Insulin Lispro) je nach aktuellem Blutzuckerspiegel ergänzt wird. Diese Art der Therapie erfordert mindestens vier Blutzuckermessungen pro Tag, um die Werte entsprechend einzustellen. Der Patient wird im Vorfeld entsprechend geschult, wie er den Blutglucosespiegel bestimmen, den Kohlenhydratgehalt der Nahrung schätzen und sich das Insulin selbst spritzen kann.

Die funktionelle Insulin-Therapie kombiniert ebenfalls Basisinsulin und Mahlzeiteninsulin, erfordert allerdings eine gewisse praktische Fähigkeit und theoretische Kenntnisse, da hier der Blutzuckerspiegel, der Kohlenhydratgehalt der Mahlzeit und ein "Korrekturfaktor" in die Berechnung der Insulin-Menge eingeht. Vorteil dieser Methode ist die größere Flexibilität im Hinblick auf die Mahlzeiten.

Bei der Insulin-Pumpen-Therapie (CSII) wird kontinuierlich Insulin über eine Pumpe gegeben, je nach individuellem Bedarf des Patienten. Diese Methode ermöglicht maximale Flexibilität, ist aber auch technisch und finanziell aufwändig. Für schwangere Diabetespatientinnen und bei bestimmten Erkrankungen ist das die Methode der Wahl, erfordert aber ebenfalls gewisse praktische Fähigkeiten und theoretische Kenntnisse.

Insulin-Bedarf

1)IE: Internationale Einheit
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