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Diabetes - Ursachen und Behandlung

Orale Antidiabetika: Sulfonylharnstoff-Analoga

Hinweis
Sulfonylharnstoff-Analoga sind oral eingenommene Medikamente, die den Blutglucosespiegel von Typ-2-Diabetikern senken können.

Sulfonylharnstoff-Analoga ähneln in Bezug auf ihre Struktur und ihre Wirkungsweise den Sulfonylharnstoffen. Die beiden Glinide Repaglinid und Nateglinid sind die derzeit für die Therapie von Diabetes Typ 2 zugelassenen Sulfonylharnstoff-Analoga, die wie die Sulfonylharnstoffe über eine Blockade der ATP-sensitiven Kalium-Kanäle der β-Zellen der Bauchspeicheldrüse wirken. Als Folge wird aus den β-Zellen mehr Insulin freigesetzt. Im Gegensatz zu den Sulfonylharnstoffen werden die Glinide im Körper schneller resorbiert und haben eine geringere Halbwertszeit. Die maximale Plasmakonzentration ist bei Repaglinid und Nateglinid bereits nach etwa einer Stunde erreicht, während die meisten Sulfonylharnstoffe wie Glibenclamid erst nach zwei bis drei Stunden die maximale Wirkstoffkonzentrationen erreichen.

Abb.1
Repaglinid
Abb.2
Nateglinid

Therapeutisch werden Sulfonylharnstoff-Analoga vorwiegend dann eingesetzt, wenn eine Therapie mit z.B. Metformin nicht anschlägt. Repaglinid kann mit Metformin zusammen verabreicht werden, während Nateglinid nur für eine Monotherapie zugelassen ist. Bei Typ 1 Diabetes, bei Leberschäden, in der Schwangerschaft und der Stillzeit sind Glinide nicht zu empfehlen. Zu den typischen Nebenwirkungen, die vor allem bei Nateglinid auftreten, zählen Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle. Repaglinid darf nicht zusammen mit Gemfibrozil (einem Lipidsenker zur Behandlung von erhöhten Blutfettwerten; 5-(2,5-Dimethylphenoxy)-2,2-dimethylvaleriansäure) eingenommen werden, da Gemfibrozil das Cytochrom P450-Isoenzym CYP2C8 hemmt. Dieses Enzym ist für den Abbau von Repaglinid verantwortlich. Eine Hemmung von CYP2C8 führt dazu, dass die Plasmaspiegel von Repaglinid extrem ansteigen und die Gefahr einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) besteht.

Mehr zur Entgiftung über Cytochrom P450 finden Sie im Kapitel Phase-I-Metabolismus.

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