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Diabetes - Ursachen und Behandlung

Sekundärer Diabetes

Definition
Als sekundärer Diabetes werden die Formen der Zuckerkrankheit bezeichnet, deren eigentlicher Auslöser eine andere Erkrankung ist. Oft betreffen diese Erkrankungen die Leber oder die Bauchspeicheldrüse.
Abb.1

Alkoholmissbrauch kann die Bauchspeicheldrüse schädigen.

Aller Erkrankungen, die längerfristig zu Funktionsverlusten der Leber oder der Bauchspeicheldrüse führen, wirken sich natürlich auch auf den Glucose-Stoffwechsel bzw. die Insulin-Produktion aus. Alkoholmissbrauch über Jahre hinweg schädigt beispielsweise ebenso die Leber (Leberzirrhose) wie die Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) - etwa 80 % der Entzündungen der Bauchspeicheldrüse gehen auf übermäßigen Alkoholkonsum zurück. Diabetes tritt aber erst in späten Stadien einer Pankreas-Schädigung auf, wenn bereits 90 % der Insulin-produzierenden Zellen zerstört sind.

Es gibt noch eine Reihe anderer Erkrankungen, die die Entstehung einer Zuckerkrankheit fördern, besonders Erkrankungen der Hormon-produzierenden Drüsen. Wachstumshormone, Schilddrüsenhormone und Cortisol erhöhen den Zuckergehalt des Blutes. Wenn zu viel dieser Hormone produziert wird, kann ein Diabetes die Folge sein, wie z.B. bei einer Schilddrüsenüberfunktion, bei einer Überproduktion von Wachstumshormonen (Akromegalie) oder bei einer Überproduktion von Cortisol (Morbus Cushing). Auch wenn andere Erkrankungen über einen längeren Zeitraum hinweg mit Cortisol behandelt werden müssen, resultiert in vielen Fällen ein sekundärer Diabetes. Durch bestimmte Medikamente hervorgerufene Formen der Diabetes sind in den meisten Fällen auf Steroid-Hormone zurückzuführen, aber auch Thiazid-Diuretika können Diabetes auslösen (Thiazid-Diabetes), wenn eine Prädisposition für Diabetes besteht. Auch Betablocker können - in allerdings seltenen Fällen - Diabetes auslösen.

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