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Diabetes - Ursachen und Behandlung

Exkurs in die Geschichte des Zuckerharns

Diabetes ist keine neue Zivilisationskrankheit, selbst wenn der Gedanke nahe liegt, da in der heutigen Zeit ernährungsbedingte Krankheiten aufgrund einer falschen, viel zu fetten und kalorienreichen Kost zunehmen. Schon die Römer kannten Diabetes und hatten einen ebenso pragmatischen wie einfachen Test zur Diagnose - ein Finger in den Urin des Patienten gesteckt und abgeleckt zeigte sicher größere Mengen an Zuckerverbindungen im Harn an, was sich auch an der alten Bezeichnung "Zuckerharn" für Diabetes ablesen lässt.

Hinweis
Der Begriff Diabetes mellitus setzt sich zusammen aus dem römischen Wort mellitus für "süß" bzw. "Honig" (Honig wurde damals aus Malta importiert, römisch Mellita) und dem Wort diabetes (Durchfluss) - also "honigsüßer Durchfluss".

Die ersten gesicherten Berichte von "süßem Urin" stammen von dem griechischen Arzt Aretaios von Kappadokien aus dem 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Aretaios beschreibt sehr treffend das kurze und unangenehme Leben eines Diabetikers mit starken Schmerzen und dem charakteristischen unstillbaren Durst, da die Ausscheidung des Zuckers über den Urin viel Wasser erfordert. Trotz der frühen Kenntnis dieser damals noch unbehandelbaren Erkrankung wurde erst 1788 von Cowely ein Zusammenhang zwischen Diabetes und der Bauchspeicheldrüse entdeckt.

Dass auch Insulin eine Rolle bei der Entwicklung einer Diabetes spielt, ist seit 1893 bekannt. Fast dreißig Jahre später, im Jahr 1921, gelang die erste Isolierung von Insulin aus einer Hundebauchspeicheldrüse durch Frederick Banting und Charles Best, die mit ihrem Rinderinsulin-Extrakt die ersten Diabetes-Patienten erfolgreich behandeln konnten. Die Aufklärung der Insulin-Struktur 1955 durch Frederick Sanger ebnete den Weg für die erste chemische Synthese dieses Proteins und ermöglichte damit die Behandlung der Krankheit im großen Maßstab.

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