zum Directory-modus

Diabetes - Ursachen und Behandlung

Orale Antidiabetika: α-Glucosidase-Hemmer

Hinweis
α-Glucosidase-Hemmer sind oral eingenommene Medikamente, die den Blutglucosespiegel von Typ-2-Diabetikern senken können.

α-Glucosidase-Hemmer sind Wirkstoffe, die die Verdauung von Kohlenhydraten im Darm verhindern, genauer gesagt, die Spaltung von Oligo-, Tri- und Disacchariden in Monozucker. Die α-Glucosidase ist ein membrangebundenes Enzym im Dünndarm, das α-1,4 glucosidische Bindungen spaltet. Therapeutisch werden verschiedene α-Glucosidase-Hemmer verwendet, die das Enzym kompetitiv hemmen und damit den Übertritt von Glucose ins Blut verhindern.

Acarbose ist ein Oligosaccharid, das neben der α-Glucosidase auch die pankreatische α-Amylase hemmt, die Stärke in Oligosaccharide spaltet. Miglitol ähnelt strukturell einem Einfachzucker. Beide Medikamente werden zu Beginn einer Mahlzeit eingenommen und reduzieren den Glucose-Spiegel nach einer Mahlzeit, langfristig sinkt aber auch der Nüchtern-Blutglucosespiegel ab. Acarbose kann mit Sulfonylharnstoffen und/oder Metformin kombiniert werden, Miglitol ist für eine Kombinationstherapie mit Sulfonylharnstoffen zugelassen.

Abb.1
Acarbose
Abb.2
Miglitol

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Nebenwirkungen der α-Glucosidase-Hemmer sind vor allem Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall oder Bauchschmerzen, die sich aus dem Abbau der Oligosaccharide durch Darmbakterien ergeben. Während einer Schwangerschaft oder bei Patienten, die jünger als 18 Jahre sind, sollten diese Medikamente nicht eingesetzt werden. Ebenfalls nicht empfohlen wird eine Einnahme bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen oder mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

Seite 25 von 35