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Diabetes - Ursachen und Behandlung

Folgeerkrankungen - Der diabetische Fuß

Diabetes mellitus ist die häufigste Ursache für Amputationen, die nicht durch Verletzungen bedingt sind; Diabetes-Patienten haben ein im Vergleich zur Gesamtbevölkerung 15-40fach höheres Risiko für eine Amputation an den Beinen. In Deutschland sind jährlich etwa 28.000 Amputationen auf Diabetes mellitus zurückzuführen.

Bei etwa 60 % aller Amputationen eines Beines ist eine Neuropathie eine von mehreren beteiligten Ursachen. Neuropathie bedeutet, dass eine Nervenerkrankung vorliegt, die das Empfinden für Schmerzen bzw. Verletzungen besondern im Fußbereich drastisch senkt und sich Entzündungen ausbreiten können, die aufgrund des hohen Blutglucose-Spiegels sehr schlecht heilen. Bei 5-10 % aller betroffenen Patienten führt eine diabetische Neuropathie zum so genannten diabetischen Fuß, der in vielen Fällen amputiert werden muss.

Es gibt zwei Formen des diabetischen Fußes, die auch unterschiedlich behandelt werden, mitunter aber auch gemeinsam vorkommen:

  • bei ca. 70 % aller Fälle des diabetischen Fußes sind die peripheren Nerven geschädigt (neuropatisch-infizierter Fuß)
  • bei 20-30 % führen Durchblutungsstörungen zum Absterben ganzer Gewebebezirke (ischämisch-gangränöser Fuß)

Der neuropathische diabetische Fuß entwickelt sich langsam und beginnt fast immer mit extrem trockener Haut und starken Hornhautschwielen an Druckstellen. Zunächst kommen noch kleine Verletzungen wie Hautrisse in den Hornhautbereichen hinzu, die oft von den Patienten nicht bemerkt werden, da die Fußsohlen nur selten begutachtet werden, wenn keine Schmerzen auftreten. Auch größere Verletzungen, wie sie z.B. beim Barfußlaufen möglich sind, werden durch die krankheitsbedingte Gefühllosigkeit lange nicht bemerkt. Die Hauptursache für diabetische Fußverletzungen ist unpassendes Schuhwerk. Oft kommt es zu Fußverformungen wie Hammer- oder Krallenzehen. Nicht nur Schmerzen, sondern auch Kälte oder Hitze werden nicht mehr wahrgenommen - Diabetikern wird aus diesem Grund empfohlen, keine Wärmflaschen oder Heizdecken an den Füßen zu verwenden, da die Gefahr einer Überhitzung oder Verbrennung sehr groß ist. Bei Diabetikern senken die hohen Blutzuckerspiegel die körpereigene Abwehr, so dass Wunden nur schlecht heilen. Eine zusätzliche Durchblutungsstörung behindert zusätzlich den Heilungsprozess, so dass bereits kleine Verletzungen zu einem chronischen, diabetischen Fußgeschwür werden können, das oft in einer Amputation endet.

Im Gegensatz zum neuropathischen Fuß schmerzt der ischämisch-gangränöse Fuß sehr stark. Diese Form der Erkrankung ist vor allem für Menschen typisch, die schon längere Zeit unter Durchblutungsstörungen leiden, also z.B. Raucher, Diabetikern mit koronaren Herzkrankheiten und Patienten mit Bluthochdruck. Die Verengungen bzw. der Verschluss von großen Gefäßen der Beine führt dazu, dass Füße und Zehen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden (periphere Gefäßkrankheit). Derartige Durchblutungsstörungen sind bei 15-20 % der Betroffenen die Ursache eines diabetischen Fußsyndroms.

Weiterführende Informationen

News "Diabetes: Wie Zucker zu Schmerzen führt" (2012); Quelle: doi:10.1038/nm.2750)

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