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Biodiversität

Seen

Alpine Seen reagieren äußerst empfindlich auf Umweltverschmutzung und klimatische Veränderungen. Diese nährstoffarmen Seen sind über einen großen Teil des Jahres von Eis bedeckt. Ihr Gehalt an Schwebstoffen ist meistens sehr gering - daher auch die tiefblaue, klare Farbe des Wassers. In Gebieten mit intensiver Almwirtschaft werden über die Niederschläge aber zunehmend auch nährstoffreiche Fäkalien in den See einbracht, die das Gleichgewicht der Arten im Wasser verändern. Warme Winter verlängern die eisfreien Wachstumsperioden, so dass sich Algen ausbreiten können. Zudem verändert sich bei höheren Temperaturen der Uferbewuchs dieser Seen, über den weiteres organisches Material aus der Uferzone eingetragen wird. Alle drei Faktoren tragen erheblich dazu bei, das Wachstum bestimmter Algen zu fördern und die Zusammensetzung von Bakterioplankton und Gewässerbodenfauna nachteilig zu verändern - die Seen verschlammen mehr und mehr.

Eine andere Bedrohung für Seen allgemein sind Schadstoffe, die aus dem Abbau von Bodenschätzen stammen. Der GNF1) (Internationale Stiftung für Umwelt und Natur) gründete 1998 das Seen-Netzwerk Living Lakes, das sich weltweit für den Schutz von See-Ökosystemen einsetzt - so beispielsweise für den St. Lucia See in Afrika, der durch den geplanten Abbau von Titan im Schutzgebiet Anfang der 1990iger Jahre massiv bedroht war. Der Greater St. Lucia-Wetland Park mit einer Größe von rund 2.500 km2 wurde 1999 in die Unesco-Liste der Weltkultur- und Naturerbe aufgenommen.

Neben dem Erhalt und Schutz der Biodiversität von Seen, Feuchtgebieten und Gewässern sind auch die Durchführung von Renaturierungsmaßnahmen, die nachhaltige Nutzung dieser Ökosysteme durch Landwirtschaft, Fischerei oder Tourismus und Bildungsprogramme Ziele dieses Netzwerkes.

Weiterführende Links

Webseite des Global Nature Fund

1)GNF: Global Nature Fund
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