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Biodiversität

Polargebiete

Abb.1
Polarregion (Chile)
© http://www.pixelio.de: kennz

Die Polargebiete der Nord- und Südhalbkugel sind zwar vom Lebensraum her relativ ähnlich, unterscheiden sich aber sehr im Hinblick auf die marine Artenvielfalt, die in der Antarktis vermutlich aufgrund der stärkeren geographischen Isolation des Kontinents deutlich größer ausfällt. Während in der Arktis vor allem Eisbären und auch die indigene Bevölkerung am Ende der Nahrungskette stehen, wird diese Nische in der sehr viel kälteren Antarktis von den Pinguinen, Walen, See-Elefanten und verschiedenen Robbenarten besetzt. Aber beide polare Ökosysteme reagieren ähnlich sensibel auf eine klimabedingte Veränderung ihrer Umwelt. Hier spielen vor allem Faktoren wie die ozeanische Zirkulation (die auch das Klima in Europa beeinflusst!), der Grad der Vereisung und auch die saisonale Algenblüte eine wichtige Rolle für das Überleben von Pflanzen und Tieren - alles Parameter, die sich in Abhängigkeit vom Klima verändern.

Die Temperaturen in der Antarktis sind in den letzten 50 Jahren um durchschnittlich 2-3 °C gestiegen, was sich vor allem auf die riesigen Schelfeisgletscher der antarktischen Halbinsel auswirkt. Ein großer Teil des antarktischen Larsen-Schelfeises lösten sich 1995 (Larsen A) und auch 2002, als eine Fläche von ca. 2.600 km2 vom Eisschelf Lasen B abbrach. Wissenschaftler vom Alfred Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven konnten zwar 2008 erstmalig eine Abkühlung des Wasser am Südpolarmeerboden feststellen, ob das den Trend der letzten Jahre aber langfristig umkehrt, bleibt abzuwarten. Das arktische Eis hingegen ist auch weiterhin sehr stark von den weltweiten Temperaturveränderungen betroffen - schätzungsweise 10-15 % des Eises sind hier bereits durch die globale Erwärmung geschmolzen.

Diejenigen Tiere, die im Meer leben, können zu einem gewissen Grad zwar in andere Gebiete abwandern, aber mit der globalen Erderwärmung wird dieses immer schwieriger. Wenn sich ihr Lebensraum zunehmend erwärmt, gibt es keine kälteren Regionen mehr, in die an sehr niedrige Temperaturen angepasste Lebewesen ausweichen können, und die Art wird möglicherweise aussterben. Das gilt vor allem für diejenigen Pflanzen- und Tierarten, die an das Polareis gebunden sind - Krill, Pinguine, Robben, Eisbären und Wale.

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