zum Directory-modus

Die drei Reiche des Lebens

Sequenzvergleiche der 16S bzw. 18S rRNA sorgten 1990 für eine Sensation, als Carl Woese, Otto Kandler und Mark Wheelis der bisher aus zwei Reichen bestehenden Einteilung der Lebewesen (zellkernlose Prokaryonten und Eukaryonten mit echtem Zellkern) ein weiteres Reich hinzufügten - die Archaea, die zwar wie die Prokaryonten keinen Zellkern haben, aber deutlich enger als diese mit den Eukaryonten verwandt sind. Hier zeigten sich erstmalig die enormen Möglichkeiten dieser neuen Methoden, die über eine rein deskriptive Einteilung weit hinausgehen.

Abb.1
Die drei Reiche des Lebens

Nach C. Woese entstanden aus einer gemeinsamen Vorläuferzelle die Eukarya und die Eubacteria (echte Bakterien).

Noch bevor die Eukaryonten im Laufe ihrer Fortentwicklung den Zellkern und andere besondere Strukturen "erfanden", spalteten sich als dritte Linie die zellkernlosen Archaea ab (s.a. Endosymbionten-Theorie).