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Biodiversität

Endemische Arten und Hotspots

Abb.1
Fischschwanzberg im Himalaya
© http://www.pixelio.de: wegmann-burscheid

Bestimmte Tier- und Pflanzenarten kommen nur in einem ganz bestimmten Gebiet auf der Erde vor und werden als endemische Arten bezeichnet. Diese Gebiete verfügen oft über eine besondere Artenvielfalt wie beispielsweise die Galapagos-Inseln, abgelegene Gebirgsregionen wie der Himalaya oder enge Bergtäler, die von der Umgebung geographisch weitgehend abgetrennt sind. Wird dieser Lebensraum zerstört, stirbt damit auch diese Art aus. Der ursprünglich in Neuseeland beheimatete Moa (Dinornithidae), ein großer flugunfähiger Vogel, oder auch der Beutelwolf (Tasmanischer Wolf, Thylacinus cynocephalus) sind Beispiele für eine derartige Ausrottung endemischer Arten. Wenn es darum geht, den Gefährdungsgrad eines Ökosystems zu bestimmen, ist das Vorkommen endemischer Arten ein wichtiger Aspekt.

Bereiche mit großer Biodiversität, in denen besonders viele endemische Arten als bedroht gelten, werden von der UN-Organisation World Conservation Monitoring Centre und der Umweltschutzorganisation Conservation International auch als Biodiversitäts-Hotspots (übersetzt also etwa "Artenvielfalts-Krisenherd") bezeichnet. Bei der Festlegung der Hotspots berief sich Conventional International auf eine Veröffentlichung von N. Myers, der im Jahr 2000 zunächst 25 Hotspots definierte. Eine erneute Evaluierung im Jahr 2007 durch Conventional International führte zur Aufnahme von weiteren neun Arealen in die Liste. Während die Hotspots einst 15,7 % der gesamten Landfläche der Erde bedecken, machen diese heute nur noch 2,3 % der Landfläche aus, beherbergen aber dennoch

  • 150.000 endemisch vorkommende Pflanzen; also mehr als 50 % aller Pflanzen der Welt,
  • 11.980 (42 %) aller terrestrischen Wirbeltierarten und
  • 22.022 Arten aller Wirbeltiere (77 % der bekannten Wirbeltierarten).
Abb.2
Endemische Madagaskarboa: Acrantophis dumerili
© http://www.pixelio.de: Worbie

Zu den Hotspots zählen beispielsweise Madagaskar (über 90 % endemisch vorkommende Reptilienarten), das Horn von Afrika als nur eines von zwei ariden Hotspots (endemische Gazellenarten, endemische Reptilien), der Himalaya mit seinen endemisch vorkommenden Großvögeln und Säugetieren, Polynesien-Mikronesien und die Karibik.

Weiterführende Links

Liste der aktuellen Hot Spots von Conservation International

Zugang zur PubMed-Datenbank

Literatur

Myers, N.; Mittermeier, R. A.; Mittermeier, C. G.; da Fonseca, G. A.; Kent, J. (2000): Biodiversity hotspots for conservation priorities. In: Nature. 403 , 853-8
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