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Biodiversität

Funktionelle Diversität: Beispiel Landwirtschaft

Abb.1
Getreidefeld

Neben der Dekontamination von z.B. Öl- oder PCB-verseuchten Böden durch mikrobielle Gemeinschaften sind Untersuchungen zur funktionellen Diversität auch für die biologische Landwirtschaft von Interesse, die statt Dünger- und Pestizideinsatz natürliche Mechanismen zur Ertragssteigerung nutzt (Agroökologie).

Die Qualität eines Ackerbodens hängt von Faktoren wie dem Nährstoffgehalt, der Wasserspeicherkapazität und der Bodendurchlüftung ab. Diese Faktoren werden maßgeblich vom Edaphon beeinflusst - also der Gesamtheit aller Mikroorganismen und Bodentiere. Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Algen bauen organische Substanzen im Boden ab und machen die Bodennährstoffe für die Pflanzen verfügbar. Aber auch die Bodenmakrofauna (Regenwürmer, Tausendfüßler, Asseln, Springschwänze, Fliegen- und Käferlarven etc.) hat einen großen Einfluss auf die Gesamtleistung dieses Habitats im Hinblick auf Bodenbildung und Nährstoffkreislauf. Diese wühlenden und grabenden Tiere durchmischen den Boden und lockern ihn auf. Die Qualität eines Bodens hängt also auch direkt von der Zusammensetzung und Besiedlungsdichte der Bodentiere ab, die daher gezielt zur Bodenverbesserung in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Für landwirtschaftliche Nutzflächen sind neben der nachhaltigen Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit und der Regulation von Bodenschädlingen auch Faktoren wie Erosionsschutz und Schutz vor einer Abdrift der aufgebrachten Pflanzenschutzmittel in Trinkwasser und Umgebung von Relevanz. Monokulturen sind zudem insgesamt sehr viel anfälliger gegenüber Schädlingen als natürliche Kulturen. So wird hier versucht, durch gezieltes Aufbringen von Schädlingsantagonisten wie beispielsweise räuberisch lebender Spinnen, Marienkäfern, Larven von Flor- und Schwebfliegen oder parasitischer Schlupfwespen die Schädlinge in ihrer Zahl weitgehend zu begrenzen.

Beiträge zum Pflanzenschutz liefen z.B. folgende Maßnahmen:

  • sorgfältige Auswahl von Standort und Sorte,
  • sorgfältig gewählte Fruchtfolgen,
  • Förderung der funktionellen Biodiversität durch das Anlegen von Wildblumenstreifen oder Hecken,
  • biologische Kontrolle durch Verwendung von Nützlingen, Bakterien oder Viren, die die Vermehrung und/oder Ausbreitung von Schädlingen begrenzen, und
  • Einsatz von natürlichen Insektiziden, Pheromonen sowie das Entfernen der Schädlinge mit physikalischen Methoden (z.B. Absammeln).

Weitere Informationen über den integrierten Pflanzenschutz finden Sie in der entsprechenden Lerneinheit.

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