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Gregor Mendel und die Mendel'schen Regeln

Der Augustinermönch Gregor Mendel war der erste Naturforscher, der die Bedeutung der Chromosomen für die Vererbung erkannte. Bei seinen Versuchen zur Kreuzung von Erbsen konnte er zeigen, dass bei der Vererbung die mütterlichen und die väterlichen Eigenschaften auf die Nachkommen übertragen werden. Daraus können äußerlich Mischformen entstehen, oder aber ein Merkmal (das dominante Merkmal) setzt sich gegenüber dem anderen (rezessiven) Merkmal durch.

Abb.1
Saaterbsen (Pisum sativum)

Mendel verbrachte etwa ab dem Jahr 1855 einen großen Teil seiner Zeit mit Untersuchungen zur Vererbung von Merkmalen bei Saaterbsen (Pisum sativum). Die Samen dieser Pflanze können eine glatte oder runzelige Oberfläche haben und grün oder gelb gefärbt sein. Auch die Pflanzen selbst unterscheiden sich, zum Beispiel in der Blütenfarbe oder der Sprossachsenlänge. Mendel kreuzte immer wieder Pflanzen mit unterschiedlichen Merkmalen miteinander und fand dabei bestimmte Gesetzmäßigkeiten der Vererbung, die als "Mendel'sche Regeln" bekannt sind.

Diese Regeln gelten weitgehend auch für viele Erbgänge beim Menschen. Die Vererbung des AB0-Blutgruppenfaktors ist ein typisches Beispiel: Hat ein Elternteil die Blutgruppen-Genkombination AA und der andere Elternteil die Kombination 00, werden die Kinder dieser Eltern die Blutgruppe A0 haben. Die Eltern sind - auch das sind von Mendel geprägte Begriffe - reinerbig bzw. homozygot, während die Kinder mischerbig bzw. heterozygot bezüglich der Blutgruppe sind. Im AB0-Blutgruppensystem sind die Merkmale A und B beide dominant über das Merkmal 0, d.h. Menschen mit dem Genotyp A0 oder AA haben phänotypisch beide Blutgruppe A, während ein Mensch mit der Blutgruppe 0 nur den Genotyp 00 haben kann. Der Begriff Genotyp bezeichnet dabei die genetische Kombination der Merkmale, während der Begriff Phänotyp die nach außen sichtbare Eigenschaft bezeichnet.

Tab.1
Die Vererbung der Blutgruppen beim Menschen
Phänotyp des KindesGenotyp des KindesElter 1Elter 2
AA oder A0AA oder A0AA oder A0
BB oder B0BB oder B0BB oder B0
ABABAA, BB, AB, A0 oder B0AA, BB, AB, A0 oder B0
0000A0, B0 oder 00A0, B0 oder 00