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Biodiversität

Ökosysteme und Artenvielfalt

Schätzungen zur Anzahl der heute vorkommenden Arten gehen weit auseinander. Die Zahlen reichen von 3 Millionen bis zu über 100 Millionen verschiedenen Arten, von denen allerdings nur etwa 1,6 Millionen Arten bisher beschrieben sind. Viele Lebensräume sind bisher nur unzureichend oder praktisch gar nicht erforscht (z.B. die Tiefsee), so dass verlässliche Hochrechnungen derzeit noch nicht möglich sind. Während die Anzahl der Wirbeltiere mit ca. 40.000 Arten und die Anzahl höherer Pflanzen mit ca. 250.000 Arten relativ genau bestimmt ist, lässt sich die Artenvielfalt der Pilze (ca. 70.000 bekannte Arten), Insekten (ca. 950.000 bekannte Arten) und Bakterien (ca. bekannte 5.000 Arten) nur grob schätzen.

Artenreiche Lebensräume: tropische Regenwälder

Abb.1
Wüsten sind eher artenarme Ökosysteme
Zur Verfügung gestellt von Dr. V. Stefanski

Die Vielfalt der Pflanzen und Tiere ist nicht gleichmäßig über die Erde verteilt. Nach heutigem Erkenntnisstand haben tropische Regenwälder, aus denen mehr als ein Drittel aller bekannten Pflanzenarten stammt, die größte Dichte an Arten. Zu den Polregionen hin nimmt die Artenvielfalt ab. Als ebenfalls relativ artenarme Ökosysteme gelten Wüsten und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die große Artenvielfalt tropischer Ökosysteme erklärt sich einerseits aus der gleichmäßigen Temperatur und Sonneneinstrahlung und den regelmäßigen Niederschlägen - alles Faktoren, die ein ganzjähriges Wachstum ermöglichen. Zahlreiche ökologische Nischen sind hier stockwerkartig übereinander angeordnet. Auch in den Korallenriffen wird die verfügbare Besiedlungsfläche auf ähnliche Weise effizient genutzt.

Die speziellen paläogeologischen und paläoklimatologischen Gegebenheiten dieses Lebensraumes spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Hier konnten sich die Arten relativ störungsfrei entwickeln, denn häufige Klimawandel scheinen sich auf die Biodiversität eher negativ auszuwirken. Jahreszeiten schränken insgesamt das Nahrungsangebot ein und besonders die Menge der Nahrung eines Ökosystems hat einen erheblichen Einfluss auf die Anzahl verschiedener Arten in einer Gilde. Nur im Regenwald können Arten mit ähnlicher Ernährungsweise auf ein ungeheuer breites Spektrum an Früchten oder Insekten zugreifen. Dieser vielseitige, große Ressourcenpool führt dazu, dass Gilden im Regenwald generell eine hohe Artenanzahl aufweisen.

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