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Erdalkalimetalle - Gruppenübersicht

Reaktivität

Die Reaktivität der Erdalkalimetalle nimmt mit steigender Ordnungszahl deutlich zu. Das ist in der Hauptsache eine Folge des in gleicher Richtung wachsenden Atomradius, der Abnahme der Ionisierungsenergien und des Normalpotenzials. Die Beständigkeit gegenüber Luft und Wasser nimmt vom Beryllium zum Barium hin ab.

Die Metalle oxidieren an der Luft oberflächlich, Beryllium und Magnesium bilden eine kompakte, stabile Oxidschicht. Beim Erhitzen entstehen die Oxide, MO, beim Barium auch das Peroxid, BaO2. Berylliumoxid, BeO, besitzt Wurtzit-Struktur, die Oxide der schwereren Erdalkalimetalle kristallisieren mit hohem ionischen Bindungsanteil im NaCl-Gitter.

Bei Einwirkung von Wasser gehen die Elemente in die Hydroxide über. Beryllium und Magnesium reagieren trotz ihres negativen Normalpotenzials sehr langsam, da infolge der schützenden Oxid- bzw. Hydroxidschicht der Angriff des Wassers erschwert ist (Passivierung). Der basische Charakter der Hydroxide und Oxide nimmt mit steigender Ordnungszahl zu. Während Berylliumhydroxid, Be(OH)2, amphoter ist, zeigt Bariumhydroxid, Ba(OH)2, stark basische Eigenschaften. Entsprechend der Abnahme der Basizität werden die Erdalkalisalze mit schwachen Säuren, z.B. die Carbonate, in Richtung von Barium zum Beryllium leichter thermisch zersetzt und hydrolytisch gespalten.

Calcium, Strontium und Barium lösen sich in flüssigem Ammoniak, jedoch schlechter als Natrium.

Beryllium ähnelt in manchen Eigenschaften dem Aluminium (Schrägbeziehung).

Alle Metalle setzen sich in der Hitze bereitwillig mit Halogenen oder anderen Nichtmetallen um.

Die Löslichkeit der ionischen Fluoride des Magnesiums, Calciums, Strontiums und Bariums ist sehr gering und durchläuft beim CaF2 ein Minimum. Die übrigen Halogenide dieser Elemente lösen sich gut in Wasser und kristallisieren durchweg wasserhaltig (MX2 · 6 H2O). Die Hydrate zerfallen beim Erhitzen, können aber z.T. nur im Halogenwasserstoffstrom entwässert werden.

Die Sulfate, Carbonate, Phosphate und andere Salze der Erdalkalimetalle sind überwiegend schwerlöslich, wobei die Löslichkeit häufig mit steigendem Kationenradius deutlich abnimmt.

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