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Stickstoff

Schwefel-Verbindungen

Stickstoff bildet mit Schwefel (und anderen Elementen, wie Halogenen und Sauerstoff) zahlreiche Schwefel-Stickstoff-Verbindungen, darunter die Schwefelnitride, Schwefelnitridhalogenide und -oxide. Bekannt sind darüber hinaus verschiedene Sulfonsäurederivate der Stickstoff-Wasserstoff-Verbindungen.Die Schwefel-Stickstoff-Verbindungen der allgemeinen Zusammensetzung SmNn werden in Übereinstimmung mit ihrem chemischen Verhalten als Schwefelnitride bezeichnet; entsprechend den Nomenklaturregeln wären sie korrekterweise jedoch als Stickstoffsulfide zu benennen und durch die Formeln NnSm zu beschreiben.

Breitere technische Bedeutung hat unter den Schwefel-Stickstoff-Verbindungen lediglich ein Ammoniakderivat der Schwefelsäure, die Amidoschwefelsäure, H2N-SO3H, bei der formal eine OH-Gruppe der Schwefelsäure durch eine NH2 -Gruppe ersetzt wurde. Die auch als Amidosulfonsäure bezeichnete, farblose, gut kristallisierende Verbindung (Schmelzpunkt: 205 °C) wird industriell aus Harnstoff, CO(NH2)2, und konzentrierter Schwefelsäure hergestellt:

CO(NH2)2+ 2H2SO4 CO2+ H2N-SO3H+ (NH4)HSO4

In festem Zustand liegt Amidoschwefelsäure als Zwitterion, +H3N-SO3-, vor.

Die Verbindung wirkt als starke Säure und bildet Salze mit dem Amidosulfat-Ion. Verwendet wird Amidosulfonsäure in Metallreinigern, Kesselsteinentfernern, Waschmitteln, als Flammschutzmittel, Unkrautvertilger sowie bei der Galvanisierung.

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