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Stickstoff

Halogen-Verbindungen

Stickstoff bildet zahlreiche Halogen-Verbindungen, die sich vom Ammoniak, vom Hydrazin oder der Stickstoffwasserstoffsäure durch teilweisen oder vollständigen Ersatz der Wasserstoff-Atome durch Halogenatome ableiten:

  • Halogenamine, NH2X (X = F, Cl, Br, I)
  • Dihalogenamine, NHX2 (X = F, Cl, Br, I)
  • Stickstofftrihalogenide, NX3 (X = F, Cl, Br, I, auch gemischt)
  • Distickstofftetrahalogenide, N2X4 (X = F, Cl)
  • Halogenazide, XN3 (X = F, Cl, Br, I)

Darüber hinaus sind verschiedene Halogensauerstoff-Verbindungen bekannt, u.a.:

  • Nitrosylhalogenide, NOX (X = F, Cl, Br)
  • Nitrylhalogenide, NO2X (X = F, Cl)

Stickstoff-Halogen-Verbindungen werden industriell kaum genutzt, da sich bis auf wenige Ausnahmen, z.B. NF3, alle Halogenide leicht zersetzen, häufig auch explosionsartig. Lediglich in Spezialfällen lassen sie sich im Labor für Halogenierungen, Aminierungen, Nitrosierungen bzw. Nitrierungen einsetzen.

Chloramin, NH2Cl, das in verdünnter wässriger Lösung leicht durch Chlorierung von Ammoniak mit Hypochlorit, ClO, im Molverhältnis 1 : 1 erhältlich ist, dient u.a. als Alternative zu Chlor oder Hypochlorit bei der Desinfektion von Wasser. Es ist weniger aggressiv als Cl2 und stabiler gegen Licht als ClO . Chloramin tritt als Zwischenprodukt bei der Hydrazin-Synthese nach Raschig auf.

Stickstofftriiodid, NI3, ist ein schwarzer Feststoff, der schon bei geringster Erschütterung explodiert und damit zu den gefährlichsten chemischen Substanzen zählt!

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