zum Directory-modus

Xenon

Verbindungen mit Halogenen

Xenonfluoride

Die Fluoride gehören zu den klassischen Xenon-Verbindungen.

Tab.1
Xenonfluoride
OxidationsstufeXenonfluorid-KationenXenonfluorideXenonfluorid-AnionenXenonfluorid-Anion
+2 XeF+ XeF2
+4 XeF3+ XeF4 XeF5
+6 XeF5+ XeF6 XeF7 XeF82

Die Strukturen der Xe-Fluoride lassen sich gut nach dem VSEPR-Konzept erklären. Danach ist XeF2 linear (drei freie Elektronenpaare), XeF4 quadratisch-planar (zwei freie Elektronenpaare) gebaut. XeF6 (ein freies Elektronenpaar) besitzt in der Gasphase eine verzerrte oktaedrische Gestalt, im Festkörper liegt es jedoch ionisch als [XeF5]++F vor.

XeF2 (Schmelzpunkt: 129 °C), XeF4 (Schmelzpunkt: 117 °C) und XeF6 (Schmelzpunkt: 49,5 °C) entstehen aus der Reaktion mit Fluor in einer Gleichgewichtsreaktion. Alle bekannten Xenonfluoride lassen sich aus den Elementen darstellen (Druckfluorierung). Da das Fluor jedoch nur in Atomarer Form reagiert, muss es vor der Reaktion aktiviert werden.

Bei Raumtemperatur sind die Fluoride thermodynamisch stabil, beim Erhitzen zersetzen sie sich jedoch wieder in die Elemente. XeF2 ist für einige Zeit in H2O stabil, während XeF4 und XeF6 hydrolyseempfindlich sind. Glas und Quarzgeräte werden von Xenonfluoriden angegriffen.

Xenonchloride

Die einzige chemisch synthetisierbare chlorhaltige Xenon-Verbindung XeCl+ wird durch Halogenaustausch erhalten.

XeF+[Sb2F11]+ Cl XeCl+[Sb2F11]+ F

Die anderen bisher bekannten Xenonchloride XeCl2 und XeCl4 sowie XeBr2 sind nur erhältlich aus den isoelektronischen Interhalogen-Anionen I129Cl2 und I129Cl4 sowie I129Br2 über einen β-Zerfall des radioaktiven Iod-Isotops. Sie sind demnach nur in geringsten Mengen zugänglich und sind daher hauptsächlich von akademischem Interesse.

Seite 5 von 8