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Bor

Metall-Bor-Verbindungen

Abb.1
CaB6 als Beispiel eines Borids

Boride sind Metall-Bor-Verbindungen der allgemeinen Formel MnBm, in denen Bor negativ polarisiert vorliegt. Sie werden vorwiegend durch Zusammenschmelzen oder Sintern der entsprechenden Metallpulver mit Bor hergestellt. Ausgehend von ihrer Zusammensetzung lassen sich borreiche und borarme, also metallreiche Boride unterscheiden. Elektropositivere Metalle, u.a. Alkali- und Erdalkalimetalle, bilden bevorzugt borreiche Verbindungen (häufig MB2, MB4, MB6, MB12), weniger elektropositive Metalle eher metallreichere Boride, z.B. M2B, MB.

Entsprechend vielfältig wie die Variationsbreite in der Zusammensetzung der Boride sind auch deren Strukturen: Sie reichen von isolierten Bor-Atomen über unverzweigte und verzweigte Ketten, Doppelketten oder Schichten, die alternierend zwischen Metallatomschichten eingelagert sind, bis zu Raumnetzstrukturen mit kovalent verknüpften B6-Oktaedern oder B12-Ikosaedern, deren Lücken mit Metallatomen gefüllt sind.

Die den Carbiden ähnlichen Metallboride zeichnen sich meist durch herausragende chemisch-physikalische Eigenschaften aus. Sie verfügen in der Regel über eine besondere Härte, hohe Schmelzpunkte, gute elektrische Leitfähigkeit, Hitzebeständigkeit und z.T. hohe chemische Stabilität gegenüber Sauerstoff und Säuren. Dementsprechend finden Metallboride z.B. Verwendung bei Ofenauskleidungen, Hochtemperaturreaktoren, Schmelztiegeln, Hitzeschildern, Hochtemperaturelektroden u.ä.

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