zum Directory-modus

Strontium, Barium, Radium

Steckbrief

Strontium und Barium sind silberweiß glänzende, relativ weiche, sehr reaktive Metalle, die im kubisch flächenzentrierten (Strontium) bzw. kubisch raumzentrierten Gitter (Barium) kristallisieren. Die Metalle oxidieren an der Luft sehr leicht, so dass frische Schnittflächen schnell anlaufen. Zum Schutz vor Oxidation werden die Elemente unter Luftabschluss, z.B. unter Petroläther oder anderen Schutzflüssigkeiten bzw. einem Schutzgas aufbewahrt.

Abb.1
Kubisch flächenzentrierte Elementarzelle (Strontium)
Abb.2
Kubisch raumzentrierte Elementarzelle (Barium)

Geschichte

A. Crawford zeigte 1790, dass ein bei Strontian in Schottland gefundenes Mineral (Strontianit) ein neues, metallisches Element enthielt, dem H. Davy den Namen Strontium gab. C. W. Scheele vermutete ab 1774 ein neues Element im Mineral Schwerspat (Baryt), das H. Davy Barium benannte (barys (griechisch) = schwer). Unreines elementares Strontium und Barium stellte wahrscheinlich erstmals 1808 H. Davy nach der Amalgam-Methode dar (ähnlich dem Amalgam-Verfahren bei der Chloralkali-Elektrolyse). In reiner Form wurden die Elemente 1855 von A. Matthiessen und R. W. Bunsen durch Elektrolyse von geschmolzenem SrCl2/NH4Cl bzw. BaCl2/NH4Cl gewonnen.

Reaktionsverhalten

Fein verteiltes Strontium oder Barium entzündet sich selbst und verbrennt zu einem Gemisch aus Metalloxid, MO, und -nitrid, M3N2. Die Reaktion mit Wasser ist heftig und führt unter Entwicklung von Wasserstoff zu den entsprechenden Hydroxiden:

M+ 2H2O M(OH)2+ H2 M – Sr, Ba

Auch durch Säuren werden die Metalle leicht gelöst. Eine Ausnahme stellt Schwefelsäure dar, die eine schwerlösliche, schützende Sulfatschicht auf der Oberfläche erzeugt (Passivierung). In Ammoniak lösen sich die Elemente unter Bildung tief blauschwarzer Ammoniakate, M(NH3)n. Strontium-Salze ähneln in ihrem chemischen Verhalten den analogen Verbindungen des Calciums.

<Seite 1 von 12