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Selen, Tellur

Säuren

Selenige Säure

Die selenige Säure, H2SeO2, ist stabiler und schwächer als die schweflige Säure. Selenige Säure ist durch Eindampfen der wässrigen Lösungen isolierbar. Sie ist, vor allem in saurer Lösung, ein gutes Oxidationsmittel. Bei der Redoxreaktion entsteht rotes Selen. Aufgrund dieser Wirkung wird selenige Säure vor allem in der Organischen Chemie genutzt.

Beispielreaktion: H2SeO3+ 2SO2+ H2O Se+ 2H2SO4

Tellurige Säure

Tellurige Säure, H2TeO2, ist eine zweibasige, sehr schwache Säure (pKa = 2,48), die nicht rein isolierbar ist. Die sich von ihr ableitenden Salze, die Tellurite, liegen in Lösung hydratisiert vor: Te(OH6)2= TeO32 · 3H2O. Die Selenite zeigen analoges Verhalten.

Selensäure

Bei Normalbedingung ist Selensäure, H2SeO4, eine kristalliene, farblose Substanz (Schmelzpunkt 59,9 °C). Sie ist stark hygroskopisch, d.h. sie verkohlt durch Wasserentzug organische Substanzen und kann zur Trocknung von Flüssigkeiten und Gasen genutzt werden. Die wässrige Lösung ist eine starke Säure (pKa=1,74). Konzentrierte Selensäure (95 %ig) ist der Schwefelsäure sehr ähnlich, eine ölige Flüssigkeit. Die oxidierende Wirkung ist jedoch um einiges stärker, als die der Schwefelsäure. Ähnlich wie Königswasser kann aus einem Gemisch von konzentrierter Selensäure und konzentrierter Salzsäure, durch Entstehung von aktivem Chlor, Gold und Platin gelöst werden.

Orthotellursäure

Orthotellursäure, H6TeO6, ist eine schwache sechsbasige Säure (pKa = 7,7), die stark oxidierend wirkt. Sie wird durch starke Oxidationsmittel wie KMnO4, HClO3 oder CrO3 aus Tellur oder telluriger Säure hergestellt.

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