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Arsentrisulfid

Das auch in der Natur vorkommende Arsen(III)-sulfid (Auripigment), As2S3, lässt sich durch Zusammenschmelzen von Arsen und Schwefel im Mengenverhältnis 2 : 3 oder Einleiten von Schwefelwasserstoff, H2S, in eine saure Arsen(III)-haltige Lösung darstellen:

2As+ 3S As2S3
2AsO33+ 3H2S+ 6H+ As2S3+ 6H2O

Wird Schwefelwasserstoff (in geringer Konzentration) in eine Arsen(V)-Lösung geleitet, so fällt infolge der Reduktion von Arsen(V) zu Arsen(III) durch H2S ein Gemisch von Arsen(III)-sulfid und elementarem Schwefel aus:

2AsO43+ 5H2S+ 6H+ As2S3+ 2S+ 8H2O

Bei hoher H2S-Konzentration erfolgt dagegen bevorzugt die Fällung des Arsen(V)-sulfids:

2AsO43+ 5H2S+ 6H+ As2S5+ 8H2O

Beide Sulfide, As2S3 und As2S5, sind hell- bis zitronengelbe Verbindungen und zeigen ein ähnliches Verhalten: Sie sind in Wasser und Säuren unlöslich, werden auch nicht von der Magensäure gelöst und sind daher für den menschlichen Organismus ungiftig. As2S3 sublimiert wie As2O3 bereits weit unterhalb des Schmelzpunktes (Schmelzpunkt: 327 °C), der Dampf besteht in Analogie zum Arsen(III)-oxid aus As4S6-Molekülen.

Verwendung> Reines Arsentrisulfid wird unter dem Namen Königsgelb als Malerfarbe verwendet. Das natürlich vorkommende Auripigment (Rauschgelb, gelbe Arsenblende) zeichnet sich durch seine besondere goldglänzende Farbe aus.

Thioarsenite> Arsen(III)-sulfid löst sich leicht in Ammonium- oder Alkalisulfid-Lösungen unter Bildung von Thioarseniten, AsS33:

As2S3+ 3S2 2AsS33