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Calcium

Calciumhydroxid

Calciumhydroxid (gelöschter Kalk, Löschkalk), Ca(OH)2, entsteht beim Behandeln von Calciumoxid (gebrannter Kalk), CaO, mit Wasser unter starker Wärmeentwicklung als weißes, amorphes Pulver (Kalklöschen):

CaO+ H2O Ca(OH)2

Beim Glühen auf 450 °C zersetzt sich Ca(OH)2 unter Wasserabgabe (Umkehrung des Kalklöschens):

Ca(OH)2 CaO+ H2O

In Wasser ist Ca(OH)2 nur wenig löslich (0,165 g/100 mL Wasser bei 20 °C). Die klare Lösung (Kalkwasser) reagiert stark alkalisch und dient z.B. zur Wasserenthärtung. Eine Suspension von Calciumhydroxid in Kalkwasser (Kalkmilch) wird als weiße Anstrichfarbe eingesetzt. Gelöschter Kalk findet vorwiegend bei der Herstellung von Kalkmörteln Verwendung (Mörtel).

Kalkmörtel sind breiige Massen, die durch Zusammenrühren von gelöschtem Kalk (Mörtelbildner) mit Sand (Magerungsmittel) und Wasser hergestellt werden. Das Austreten überschüssigen Wassers in Verbindung mit dem Auskristallisieren von Ca(OH)2 bewirkt das Festwerden des Mörtels (Abbinden). An der Luft wandelt sich das Calciumhydroxid unter Aufnahme von Kohlendioxid, CO2, und Wasserabspaltung in Calciumcarbonat um (Erhärten):

Ca(OH)2+ CO2 Ca(CO)3+ H2O

Das entstehende kristalline Calciumcarbonat bildet mit den beigemischten Magerungsmitteln eine feste Masse. Kalkmörtel gehören zu den Luftmörteln, die an der Luft hart werden, wobei der natürliche Vorgang des Erhärtens von außen nach innen fortschreitet und je nach Schichtdicke einen Zeitraum von Monaten und Jahren umfassen kann.

Calciumhydroxid findet in der Industrie als billige Base eine vielseitige Verwendung, so z.B. zur Rückgewinnung von Ammoniak aus den NH4Cl-Lösungen bei der Sodagewinnung (Solvay-Verfahren), zum Austreiben von Ammoniakgas aus technisch anfallendem Ammoniakwasser, zur Kaustifizierung von Soda, bei der Rauchgasentschwefelung und in der Zuckerindustrie zur Fällung der im Rübensaft vorhandenen organischen und anorganischen Verbindungen neben Zucker.

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