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Chlor

Steckbrief

Abb.1
Chlorgas und unter Druck verflüssigtes Chlor

Chlor ist ein gelbgrünes, stechend riechendes, giftiges Gas. Die Toxizität beruht darauf, dass es in Verbindung mit Feuchtigkeit hypochlorige Säure und Salzsäure bildet, die beide stark ätzend sind und das Gewebe angreifen. Beim Einatmen wirkt Chlor stark reizend und kann bei längerer Einwirkung oder höheren Konzentrationen (0,5 % in der Atemluft) zu Bluthusten und Atemnot bis hin zum Tod führen.

Aufgrund seiner Toxizität wurde Chlor in Kombination mit dem ebenfalls stark toxischen Phosgen, COCl2, im ersten Weltkrieg als Giftgas unter dem Namen Grünkreuz eingesetzt.

Andererseits ist Chlor in anionischer oder gebundener Form in geringen Mengen ein wichtiger Nährstoff für den Menschen.

Chlor ist häufiger als Kohlenstoff. Es besitzt zwei natürlich vorkommende Isotope, Cl35 und Cl37 mit einer Isotopenverteilung von 3:1.

Geschichte

Carl Wilhelm Scheele entdeckte 1774 Chlor mit Hilfe von Braunstein, MnO2. Er konnte es jedoch nicht als neues Element deuten. Sein elementarer Charakter wurde erst 1810 von Humphrey Davy erkannt, der das Element nach seiner Farbe benannte: Chlor, griechisch: gelbgrün.

Reaktionsverhalten

Chlor besitzt ein relativ hohes Standardpotenzial (1,36 V) und ist daher ein starkes Oxidationsmittel und somit auch ein sehr reaktionsfreudiges Element. Die Reaktivität ist in Gegenwart von Feuchtigkeit sogar noch etwas höher. Die Reaktionen mit vielen organischen und anorganischen Stoffen verlaufen sehr heftig und sind mit starken Wärmeentwicklungen verbunden. Chlor brennt jedoch nicht an Luft.

Chlor disproportioniert in alkalischer Lösung zu Chlorid und Hypochlorit. Chlor-Gas ist in Wasser relativ gut löslich (0,1 molL-1 ), diese wässrige Lösung wird als Chlor-Wasser bezeichnet. Ein geringer Teil des gelösten Chlor-Gases dissoziiert in Wasser:

Cl2+ H2O HCl+ HOCl
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