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Schwefel

Sulfide

Sulfide, S, sind die Salze des Schwefelwasserstoffs. Sie lassen sich in anorganische und organische Sulfide sowie Polysulfide einteilen.

Anorganische Sulfide

Die Sulfide der stark elektropositiven Metalle sind ionisch aufgebaut. Mit Übergangsmetallen sind zahlreiche Sulfide bekannt, denen vorwiegend kovalenter Bindungcharakter zugeschrieben wird. Sie kristallisieren trotzdem in verschiedenen Kristallgittertypen (siehe Tabelle).

Tab.1
Kristallisationstypen der Sulfide
StrukturtypVerbindung
AntifluoritLi2S, Na2S, K2S
Natriumchlorid MgS, CaS, BaS, MnS, PbS, LaS, CeS, US, PuS
NickelarsenidFeS, CoS, NiS, VS, TiS, CrS
PyritFeS2, CoS2, NiS2, MnS2, OsS2, RuS2
Zinkblende BeS, ZnS, CdS, HgS
Wurtzit ZnS, CdS, MnS
CadmiumiodidTiS2, ZrS2, SnS2, PtS2, TaS2
Abb.1
Kupferkies (auf Braunspat), CuFeS2
Abb.2
Pyrit, FeS2, mit Magnetkies-Kristallen, FeS

Pyrit

Abb.3
Bleiglanz, Galenit, PbS

Die meisten Sulfide sind schwerlöslich, weshalb man viele der Schwermetalle als sulfidische Metallerze findet. In der Analytischen Chemie nutzt man die pH-Abhängigkeit der Schwerlöslichkeit der Sulfide zur Trennung der Metall-Ionen.

Organische Sulfide

Als organische Sulfide bezeichnet man die Schwefel-Analoga der Ether (Thioether), die als Disubstitutionsprodukte von H2S aufgefasst werden.

Polysulfide

Schmilzt man Alkalisulfide mit Schwefel bei 500 °C unter Luftausschluss, erhält man die entsprechenden Polysulfide M2Sn mit gewinkelten Schwefelketten [-S-Sn-2-S-] mit n = 4 bis 8. Durch Protonierung mit Säure erhält man die Polysulfane H2Sn. Diese zersetzen sich mit der Zeit in H2S und S8. Löst man Alkalipolysulfide in Aceton entstehen farbige Lösungen der Polyschwefel-Anionen Sn2.

Tab.2
Farbe der Polyschwefel-Anionen
AnionFarbe
S22 gelbgrün
S32 blau
S42 rot
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