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Phosphonsäure, H3PO3

Darstellung: Sauerstoff-Säuren des Phosphors wird durch Umsetzung von Phosphor(III)-chlorid oder Phosphor(III)-oxid mit Wasser dargestellt:

PCl3+ 3H2O 3H3PO3+ 3HCl P4O6+ 6H2O 4H3PO3

Phosphonsäure , H3PO3, ist die tautomere Form der Phosphorigen Säure. Das Tautomerie-Gleichgewicht zwischen der Phosphonsäure, HP(O)(OH)2, mit einem nichtaciden, direkt am Phosphor gebundenen H-Atom und der Phosphorigen Säure, P(OH)3, liegt für die freie Säure vollständig auf der Seite der zweibasigen Phosphonsäure:

Abb.1
Tautomerie-Gleichgewicht

Tautomerie-Gleichgewicht zwischen Phosphonsäure, HP(O)(OH)2, (links) und Phosphoriger Säure, P(OH)3, (rechts)

Von beiden Formen der Säure sind aber Organylderivate (Ester) bekannt. Die reine Säure lässt sich in Form farbloser, in Wasser leicht löslicher Kristalle (Schmelzpunkt: 74 °C) isolieren.

Die in zwei Stufen dissozierende H3PO3 bildet zwei Reihen von Salzen: die primären Phosphonate (Hydrogenphosphonate, Hydrogenphosphite), H2PO3, und die sekundären Phosphonate (Phosphonate, Phosphite), HPO32. Alkaliphosphonate sind in Wasser leicht, andere Salze der Phosphonsäure schwer löslich.

Phosphonsäure wird leicht zu Phosphorsäure, H3PO4, oxidiert. Gegenüber Silber-Ionen und anderen edleren Metallkationen wirkt sie z.B. schon in wässriger Lösung als Reduktionsmittel:

2Ag++ HPO32+ H2O H3PO4+ 2Ag

Beim Erhitzen der Säure tritt Disproportionierung zu Phosphorsäure und Phosphan ein:

4H3PO3 3H3PO4+ PH3

Verwendung: H3PO3 findet vielfach als Reduktionsmittel Verwendung. Größere Bedeutung haben jedoch die Organylderivate der Säure, z.B. die Phosphonsäureester, RPO(OR)2, oder die Phosphorigsäureester, P(OR)3, die als Stabilisatoren (Antioxidantien) in Kunststoffen, Gummiprodukten und Schmierölen oder als Edukte für Insektizide und Tierarzneimittel zum Einsatz kommen.