zum Directory-modus

Darstellung von Aluminiumoxid - trockener Aufschluss von Bauxit (Trockenverfahren)

Beim heute kaum noch angewandten Verfahren des trockenen Aufschlusses wird der gemahlene Bauxit mit calcinierter Soda, Na2CO3, und Branntkalk, CaO, in Drehrohröfen bei 1000 °C umgesetzt (calciniert). Während des Glühprozesses zersetzt sich das AlO(OH) aus dem Bauxit zunächst zu Al2O3 und geht in Natriumaluminat, NaAlO2, und etwas Calciumaluminat über, das Eisenoxid reagiert hauptsächlich zu Natriumferrat und wenig Calciumferrat:

2AlO(OH) Al2O3+ H2O Al2O3+ Na2CO3 2NaAlO2+ CO2 Fe2O3+ Na2CO3 2NaFeO2+ CO2

Durch das Behandeln des Sinterproduktes mit Wasser geht das Aluminat in Lösung, während das Ferrat quantitativ zu unlöslichem Eisenhydroxid und Lauge hydrolysiert:

NaAlO2+ 2H2O Na[Al(OH)4] NaFeO2+ 2H2O Fe(OH)3+ NaOH

Nach dem Abfiltrieren des gebildeten Rotschlamms erfolgt die Ausfällung des Aluminiumhydroxids durch Einleiten von CO2 (Carbonisierung), da sich die Gleichgewichte (A) und (B) durch das Abfangen der Lauge entsprechend verschieben:

2NaOH+ CO2 Na2CO3+ H2O A Na[Al(OH)4] Al(OH3)+ NaOH B

Das filtrierte und gewaschene Hydroxid wird wie beim Bayer-Verfahren durch Glühen in Al2O3 überführt, die Soda-Lösung geht wieder in den Prozess zurück.

Der SiO2-Anteil des Bauxits wird beim Aufschluss teilweise durch den Kalk verschlackt, ein anderer Teil geht beim Auslaugen des Glühproduktes mit Wasser in Lösung und wird vor dem Carbonisieren durch Erhitzen unter Druck als unlösliches Natriumaluminiumsilicat, Na2(Al2SiO6) · 2H2O, abgeschieden.