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Solvay-Verfahren

Das 1860 von E. Solvay entwickelte Ammoniak-Soda-Verfahren (Solvay-Verfahren) ist das wichtigste Verfahren zur technischen Darstellung von Soda. Es beruht auf der Schwerlöslichkeit von Natriumhydrogencarbonat (auch Natriumbicarbonat), NaHCO3, das aus einer konzentrierten Lösung von Ammoniumhydrogencarbonat, NH4HCO3, und Natriumchlorid, NaCl, auskristallisiert (doppelte Umsetzung):

H2O+ NH3+ CO2 NH4HCO3 NaCl+ NH4HCO3 NaHCO3+ NH4Cl 2NaHCO3 Na2CO3+ CO2+ H2O

Das beim Erhitzen des Hydrogencarbonats entstehende CO2 wird wieder in den Prozess zurückgeführt. Aus der wässrigen NH4Cl-Lösung kann durch Zugabe von gebranntem Kalk, CaO, oder Kalkmilch, Ca(OH)2, das Ammoniak zurück gewonnen werden:

2NH4Cl+ CaO CaCl2+ H2O+ 2NH3

Kaliumcarbonat, K2CO3, kann auf diesem Wege nicht hergestellt werden, da das entsprechende Kaliumhydrogencarbonat, KHCO3, gut löslich ist.