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Phasengleichgewichte

Standard- und Bezugszustände in kondensierten und gasförmigen Mischphasen

Standardzustand
Als Standardzustand in einem Mehrkomponentensystem bezeichnet man denjenigen Zustand, bei dem die Aktivität der betrachteten Komponente bzw. der Quotient der Fugazitäten, den Wert 1 annimmt. Der Aktivitätskoeffizient ist auf diesen Zustand normiert.
Bezugszustand
Der Bezugszustand beschreibt den Zustand, in dem unabhängig von der Zusammensetzung des Systems, d.h. unabhängig vom Molenbruch, der Aktivitätskoeffizient immer den Wert 1 annimmt.

In kondensierten Mischphasen wird die reine Komponente i bei gleichem Druck und gleicher Temperatur wie in der Mischphase als Standardzustand gewählt. Der Bezugszustand hingegen ist die ideale Mischung.

Für gasförmige Mischungen gilt als Standardzustand das reine reale Gas im gleichen Aggregatzustand und bei gleichem Druck und gleicher Temperatur wie in der Mischung. Der Bezugszustand ist hier die ideale Gasmischung.

Hinweis
Der Standardzustand ist weder mit einer festen Temperatur noch mit einem festen Druck verbunden. Der Begriff Standardzustand wird oft mit dem Begriff Standardbedingungen verwechselt. Diese sind als p = 1013 mbar und T = 298 K definiert. Der Standardzustand wird im Allgemeinen mit einer hochgestellten 0 indiziert. Ein Standardzustand bei Standardbedingungen wird zur besseren Unterscheidung mit einem hochgestellten Ø symbolisiert.
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