zum Directory-modus

Rein- und Mischphasen

Pictet-Trouton-Regel

Entropieänderungen bei Phasenübergängen

Ausgehend von der August-Dampfdruckformel (Gleichung ) lässt sich eine Aussage über die Entropieänderung bei Phasenübergängen treffen. Bei Phasenübergängen ändert sich die Ordnung und damit die Entropie eines Systems.

ln ( p ( T2 ) p ( T1 ) ) = ΔvapH R ( 1 T1 1 T2 )

Zur Ermittlung der Verdampfungsentropie wird für T1 die Siedetemperatur Tvap bei p ( T1 ) p° = 1013 mbar eingesetzt.

ln ( p ( T2 ) p° ) = ΔvapH R Tvap ΔvapH R T2

Trägt man für verschiedene Substanzen ln ( p ( T2 ) p° ) gegen 1 T2 auf, so schneiden sich die Geraden vieler unpolarer Verbindungen ungefähr in einem Punkt in der Nähe der Ordinate. Dieser entspricht in etwa dem Ordinatenabschnitt ΔvapH R Tvap .

Bei der Siedetemperatur ist das System im Gleichgewicht ( ΔvapG = 0 ) und ΔvapH Tvap entspricht der Verdampfungsentropie ΔvapS.

Pictet-Trouton-Regel

Daraus ergibt sich die Pictet-Trouton-Regel: Die molare Standardverdampfungsentropie der meisten unpolaren Stoffe beträgt am Siedepunkt unter 1.013mbar ungefähr 88 JK-1mol-1 .

Dieser Zusammenhang wurde experimentell ermittelt und ist deshalb gültig, da bei den meisten Flüssigkeiten beim Übergang von der Flüssigkeit zum Dampf eine ähnliche Verringerung der Ordnung stattfindet. Abweichungen von der Pictet-Trouton-Regel sind insbesondere durch starke Wechselwirkungen zwischen den Molekülen zu erklären. (Beispiel: Wasserstoffbrückenbindungen in polaren Substanzen).

Seite 5 von 11