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Pharmakokinetik: Begriffe und Grundlagen

Bioverfügbarkeit

Als "Nebenprodukt" der Pharmakokinetik stellt man durch vergleichende Blutspiegelbestimmungen verschiedener pharmazeutischer Zubereitungen deren tatsächliche Bioverfügbarkeit fest. Es werden nur noch Medikamente zur therapeutischen Anwendung geführt, für die außer der Freisetzung des in ihnen enthaltenen Arzneistoffes auch dessen Verfügbarkeit am Ort seiner Wirkung nachgewiesen wurde.

Unter der Voraussetzung einer sachgemäßen Verabreichung müssen die wirksamen Inhaltsstoffe eines Medikaments im Körper des Patienten in der richtigen Menge und zur richtigen Zeit verfügbar sind. Ein Wirkstoff, der seinen eigentlichen Wirkort im Organismus nicht oder nicht in ausreichender Konzentration erreicht, kann dort keine Wirkung auslösen. Der erwünschte therapeutische Effekt kommt nicht in der erwarteten Weise zustande oder er bleibt gänzlich aus. Andererseits wird ein aus einem Arzneimittel zu rasch freigesetzter Wirkstoff unerwünschte Nebenwirkungen auslösen.

Theorem
Unter physiologischer Verfügbarkeit (Bioverfügbarkeit) versteht man die Geschwindigkeit und das Ausmaß, mit denen ein Arzneistoff in den Blutkreislauf aufgenommen wird, oder richtiger: am Wirkungsort vorliegt.

Davon zu unterscheiden ist die pharmazeutische oder galenische Verfügbarkeit.

Theorem
Unter der pharmazeutischen (galenischen) Verfügbarkeit versteht man die Geschwindigkeit und das Ausmaß, mit denen ein Arzneistoff aus einer Arzneiform freigesetzt wird.

Die Arzneiform - das ist die galenische Zubereitung für die therapeutische Anwendung - besteht aus einem oder mehreren Arzneistoffen und aus verschiedenen Hilfsstoffen, welche für die Formulierung notwendig sind. Das Fertigprodukt gibt den Wirkstoff unter mehr oder minder großer zeitlicher Verzögerung am Resorptionsort frei. Die Wirkstoffliberation wird damit zum geschwindigkeitsbestimmenden Faktor.

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