Die Ionengrenzleitfähigkeiten schwanken stark von Ion zu Ion. Da bei der Grenzleitfähigkeit per Definition die Konzentration der Ionen keine Rolle mehr spielt, ist die Leitfähigkeit ausschließlich auf die Ionenbeweglichkeit zurückzuführen.
Es gilt für die Ionenbeweglichkeit:
(1)und für die Ionengrenzleitfähigkeit:
(2)Dies erklärt die außerordentlich hohe Leitfähigkeiten der Mineralsäuren. Sie resultiert aus der hohen Wanderungsgeschwindigkeit des kleinen Protons. Dasselbe gilt für die Minerallaugen und das Hydroxidion. Für diese kleinen Ionen ist dies ein erwartetes Verhalten.
Betrachtet man jedoch die Ionenleitfähigkeiten und die Ionenradien von Salzen, so sieht
man, dass
Man findet für die Radien der Alkaliionen:
(3)Die Ionengrenzleitfähigkeiten sind jedoch:
(4)also für das kleine Lithiumion unerwartet gering.
Die aus der Atomphysik bekannten
Ionenradien können nicht als Bezug dienen, sondern es müssen die
hydratisierten Ionen betrachtet werden. In die oben genannte Formel geht somit mit
Nun müssten die kleinen Protonen (Atomkerne) die höchste Affinität zu den umgebenden
Wassermolekülen zeigen und extrem große und langsame hydratisierte Ionen bilden. Dies würde zu
einer sehr geringen Ionenleitfähigkeit führen, was ja bekanntermaßen nicht der Fall ist. Der Grund
dafür ist, dass im Wasser nicht