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1 - Einleitung zur Themenreise Wirkstoffe

Die Volksmedizin und Naturstoffe

Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts basierten alle therapeutischen Prinzipien auf den Extrakten von Pflanzen, tierischen Giften oder Mineralien. Getrocknete Drogen und Extrakte stellten über mehr als 5000 Jahre die wichtigste Quelle für Arzneimittel dar. Beispiele dafür sind die narkotisierende Wirkung des Mohns oder der aus ursprünglich 54 Einzelstoffen bestehende Theriak.

Die Verwendung von chemischen Reinstoffen war nahezu unbekannt. Erst mit dem Aufkommen der organischen Chemie begann der Einsatz pflanzlicher Naturstoffe und der davon abgeleiteten Wirkstoffe. Viele dieser Naturstoffe wurden im 19. Jahrhundert isoliert (Morphin von Sertürner, 1806, aus Opium, Coffein von Runge, 1819, aus Kaffee und Cocain von Niemann, 1860, aus Cocablättern) und zum Teil auch synthetisiert (Atropin; Synthese 1901 von Willstätter, Tollkirschen-Alkaloid).

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Abb.1
Morphin
Abb.2
Coffein
Abb.3
Cocain
Abb.4
Atropin
Abb.5
Eibe (Taxus brevifolia)

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts werden zusätzlich Wirkstoffe im Bereich der Mikroorganismen gesucht. Berühmtestes Beispiel sind die Antibiotika der Penicilline, die 1928 von Alexander Fleming (1881-1955) im Schimmelpilz der Gattung Penicillium gefunden wurden (bereits 1896 von Ernest Augustine Duchesne entdeckt).

Auch in jüngerer Zeit werden wichtige Arzneistoffe aus natürlichen Quellen isoliert: darunter verschiedene Cytostatika z.B. Paclitaxel (Taxol) aus der pazifischen Eibe (Taxus brevifolia). Viele der heute verwendeten Arzneimittel sind Naturstoffe oder Derivate bzw. Analoga von Naturstoffen.

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Abb.6
Penicillin
Abb.7
Paclitaxel (3D)
Abb.8
Paclitaxel (2D)
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