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1 - Einleitung zur Themenreise Wirkstoffe

Krankheiten in der Humanmedizin

In der heutigen Zeit sind gegen eine Vielzahl von Krankheiten Medikamente bekannt, jedoch bleiben weiterhin viele Probleme ungelöst. Häufig wurden und werden bei der Behandlung von Patienten nicht die Ursachen einer Krankheit behandelt, sondern es werden lediglich die Symptome bekämpft.

Zur besseren Übersichtlichkeit über die Fülle von global auftretenden Krankheiten werden diese von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in nummerierte Klassen nach der ICD-10 Systematik (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, engl. International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) unterteilt. Zweck der ICD ist es, systematische Aufzeichnungen, Analysen, Deutungen der Ergebnisse und Vergleiche der in verschiedenen Ländern oder Gebieten und in verschiedenen Zeiträumen gesammelten Sterblichkeits- und Erkrankungsdaten zu erlauben. Ursprünglich wurde die ICD zur Klassifizierung der Todesursachen entsprechend den Eintragungen in den Todesbescheinigungen benutzt. Später wurde der Anwendungsbereich auf Diagnosen aus dem Bereich der Erkrankungen erweitert.

Schwerpunkte der heutigen Forschung liegen vor allem bei der Behandlung tödlicher Krankheiten, die einen hohen Anteil an der Sterblichkeit der Menschen tragen. Dazu zählen Medikamente aus der Gruppe der Antibiotika, antivirale Wirkstoffe, kardiovaskuläre Medikamente und Medikamente für die Onkologie. Diese Gruppen umfassen wichtige Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, AIDS und Krebs.

Viele der heute eingesetzten Wirkstoffe können anhand dieser pharmakologischen Klassifikation eingeteilt werden. Weitere spezifischere und feinere Einteilungen sind möglich. Eine Einteilung nach chemischer Struktur (z.B. Steroide und Opiate) ist möglich, obwohl strukturell ähnliche Moleküle vollkommen unterschiedliche Wirkorte und Mechanismen aufweisen können. Eine Einteilung nach dem Zielsystem, z.B Antihistaminika, bietet eine genauere Betrachtung, wobei häufig unterschiedliche Abschnitte dieses Systems betroffen sein können. Eine Einteilung nach dem Wirkort wie z.B. einem speziellen Enzym oder Rezeptor bietet die genaueste Einteilung, da solche Wirkstoffe häufig ähnliche Wirkmechanismen haben können.

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