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1 - Einleitung zur Themenreise Wirkstoffe

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Abb.1
Menschliches Herz

Zum Kreislaufsystem gehören das Herz und die Blutgefäße. Deshalb wird auch vom Herz-Kreislauf-System gesprochen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen insbesondere in den Industrieländern zu den häufigsten Todesursachen. Der hohe Anteil lässt sich sehr häufig auf einfache Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel und Bluthochdruck zurückführen. Wichtige Krankheitserscheinungen sind Herzmuskelentzündungen, Herzinfarkt, Angina pectoris (Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße), Bluthochdruck und Schlaganfälle (siehe auch: Gefäßkrankheiten).

Historie

Die Therapie der Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde bis hinein in die siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit nur einer Hand voll Medikamente durchgeführt; darunter Nitroglycerin, einem Explosionsstoff, und Reserpin, einem Tranquilizer und Pflanzenalkaloid.

Im Laufe der letzten Jahre wurden viele wichtige Medikamente entwickelt. Dazu zählen Wirkstoffe aus dem Bereich der ACE-Hemmer (engl. Angiotensin Converting Enzym), der Betablocker und der Calcium-Antagonisten. Das liegt daran, dass die pharmakologischen Grundlagen häufig erst in jüngster Zeit erkannt worden sind. Die Entdeckung des Einflusses des Enzyms Renin auf den Blutdruck gelang beispielsweise dagegen bereits vor etwa 100 Jahren durch Robert A. A. Tigerstedt. Dieses Enzym wandelt Angiotensinogen in Angiotensin um, bildet also ein Vorstufe des ACE.

Wirkungsweise

Die Wirkungsweisen der Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind recht unterschiedlich. So führen z.B. ACE-Hemmer, Renininhibitoren und Angiotensin-Antagonisten zu einer Senkung des Blutdrucks. Dabei greifen diese Wirkstoffe in das Renin-Angiotensin-System ein. Dieses System führt durch die mehrstufige Spaltung von im Blut zirkulierendem Angiotensinogen in Angiotensin II zu einer Erhöhung des Blutdrucks. Eine Hemmung dieses Systems führt zu einer Blockade der Blutdruckerhöhung und kann auf diese Weise schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern.

Abb.2
Renin-Angiotensin-System

Unter Betablockern werden Wirkstoffe verstanden, die durch Hemmung von Subtypen adrenerger Rezeptoren den Sauerstoffbedarf des Herzmuskels senken. Dies geschieht durch Reduktion der Herzfrequenzsteigerung, die durch Stress oder Belastung und den damit verbundenenen Blutdruckanstieg und die erhöhte Pumpleistung (Herzminutenvolumen) verursacht wird.

Abb.3
Herz-Kreislauf-System

Calcium-Antagonisten blockieren die Wirkung des Calciums im Körper durch Hemmung des Calcium-Ionen-Einstroms in die Muskelzellen. Dadurch werden die Arterien am Herzen und im ganzen Körper erweitert. Durch Gabe von Calcium-Antagonisten wird die Blutversorgung des Herzmuskels verbessert und dadurch die Herzarbeit herabgesetzt.

Diuretika sind Medikamente, die zu einer vermehrten Ausscheidung von Wasser und Elektrolyten (Salzen) - insbesondere von Natrium - durch die Nieren führen. Durch die Verminderung der Salze wird Wasser im Bereich zwischen den Zellen des Körpers (extrazellulärer Raum) ausgeschwemmt und Ödeme (schwammartige Wasseransammlungen im Körper) sowie Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge werden verringert. Dadurch, dass sich das Körpervolumen verringert, wird die Arbeit des Herzens erleichtert. Auch der Blutdruck wird gesenkt.

Eine weitere Möglichkeit zur Therapie von Herz-Kreislauf-Krankheiten ist die Senkung der Blutfettwerte. Die zentralen Medikamente hierbei sind die CSE-Hemmer (HMG-CoA1)-Reduktase-Hemmer). Sie vermindern die Blutfette durch Blockierung der Cholesterol-Synthese, wirken also insbesondere auf die körpereigene Fettsynthese.

1)HMG-CoA: β-Hydroxy-β-Methyl-glutaryl-Coenzym A
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