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3.1 - 3.5 - Cimetidin (gesamt)

Magengeschwüre

Abb.1
Magengeschwür (Magenwand schematisch)

Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sind eine Volkskrankheit. Viele Menschen leiden an dieser Krankheit, manchmal sogar ohne sich dessen bewusst zu sein. In den Ländern Westeuropas sind schätzungsweise 5 % der Erwachsenen davon betroffen. Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 1,2 Mio. Menschen an Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren. Geschwüre im Verdauungsbereich können im gesamten gastrointestinalen Bereich (Magen und Darm) auftreten, wobei Zwölffingerdarmgeschwüre häufiger auftreten als die eigentlichen Magengeschwüre.

Das Auftreten eines Magengeschwüres ist nicht altersabhängig, jedoch sind besonders häufig Männer zwischen 30 und 50 Jahren betroffen und diese wiederum etwa viermal häufiger als Frauen.

Die Symptome, die sich bei den Betroffenen zeigen, sind z.B. schwarzer Stuhl, Bluterbrechen und Blutarmut. Treten diese Symptome auf, muss schnell gehandelt werden. Unter den Blutungsursachen im oberen Magen-Darm-Trakt nimmt die akute (plötzliche) Blutung eines Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüres mit über 50 % eine Spitzenstellung ein. Sie ist die häufigste Komplikation der Geschwürkrankheit.

Abb.2
Magengeschwür (Lokalisation)

Etwa 25 % der Patienten mit wiederkehrenden Magen-Darm-Geschwüren erleiden mindestens einmal eine Magen-Darm-Blutung. Zwar stoppt die Blutung ohne weitere Maßnahmen in 80 bis 85 % der Fälle von allein, jedoch lag noch bis vor wenigen Jahren die Sterblichkeit bei schweren Blutungen bei etwa zehn Prozent.

Die Geschwüre sind normalerweise im Bereich des Magenausgangs zu finden. Es handelt sich bei den Magengeschwüren um eine scharf begrenzte Schädigung der Magenwand. Die Schädigung kann dabei nur oberflächlich, d.h. nur in der Magenschleimhaut vorhanden sein oder sie kann sich auch durch alle Schichten der Magenwand ausbreiten. Im Extremfall kommt es zur Magenperforation, bei der durch das Aufbrechen der Magenwand eine Verbindung zwischen Magen und Bauchhöhle entsteht und der Mageninhalt in die Bauchhöhle gelangt. Häufige Folge davon ist eine Bauchfellentzündung.

Abb.3
Magengeschwür (Röntgenaufnahme)

Verursacht werden Geschwüre im Magen-Darm-Bereich durch die Schädigung der Schleimhautoberfläche der Magenwand bzw. Darmwand. Dadurch kommt es zum Angriff der darunterliegenden Gewebezellen durch Magensäure und proteolytische Enzyme, d.h. durch Enzyme, die an der Verdauung beteiligt sind. Es ensteht ein Magengeschwür. Als wichtigste Ursache für diese Schädigung der Schleimhautoberfläche der Magenwand gilt u.a. eine erhöhte Produktion an Magensäure. Ein Weg zur Entwicklung eines Medikaments zur Behandlung von Magengeschwüren ist also die Reduktion der Magensäure-Produktion. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass Patienten sich einem operativen Eingriff unterziehen müssen.

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