zum Directory-modus

3.1 - 3.5 - Cimetidin (gesamt)

Behandlung

Therapie

Zur Therapie von Magengeschwüren gibt es verschiedene Schemata. Insbesondere wenn keine Infektion durch Helicobacter pylori vorliegt, kommen Medikamente zur Magensäure-Regulation zum Einsatz.

Die begleitende medikamentöse Behandlung durch Blockierung der Säureproduktion des Magens kann zunächst als Infusion erfolgen, wird meistens jedoch in Form von Tabletten fortgeführt. Die medikamentöse Behandlung gilt als nebenwirkungsarm und sicher. Zum Einsatz kommen Medikamente, welche die Magensäure-Produktion reduzieren; entweder aus der Gruppe der H2-Blocker oder der Protonenpumpen-Hemmer (z.B. Omeprazol). Außerdem werden Anticholinergika und Antazida bei akutem Geschwür eingesetzt. Die Behandlung hat vor allem das Ziel, die nichtoperative Geschwürbehandlung einzuleiten, kann diese jedoch nicht ersetzen.

Operationen können notwendig werden bei Blutungen oder beim Durchbruch eines Geschwürs. Auch bei wiederkehrenden Geschwüren (rezidivierende Ulzera) und wenn über einen längeren Zeitraum andere therapeutische Maßnahmen ohne Erfolg bleiben, ist eine Operation nötig.

Die nichtoperativen Sofortmaßnahmen richten sich nach der Schwere der Blutung. Dabei stehen die Stabilisierung der Kreislaufverhältnisse durch den Ersatz des Blutverlustes mittels Infusionen sowie die gegebenenfalls erforderliche Überwachung auf der Intensivstation im Vordergrund. Nach erfolgreicher Blutstillung wird so lange behandelt, bis keine Blutungsgefährdung mehr zu erwarten ist. Mit diesem Konzept kann die Gefahr der inneren Verblutung deutlich unter fünf Prozent gesenkt werden.

Dieser Strategie steht aber die Vorgehensweise chirurgischer Arbeitsgruppen gegenüber, die bei Risikopatienten nach nichtoperativer Blutstillung früh eine Operation zur Vermeidung einer erneuten Erkrankung vorsieht. Auch mit diesem Konzept lässt sich eine deutliche Senkung der Sterblichkeit erzielen.

Vorbeugung

Die vorbeugenden Maßnahmen richten sich vor allem nach dem Grund der Geschwürbildung. In aller Regel lassen sich zwei verschiedene Ursachen feststellen: zum einen die Behandlung mit Medikamenten aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antiphlogistika NSAID (Schmerz- und Rheumamittel, z.B. Aspirin) und der steroidalen Antiphlogistika (Cortison-Präparate), zum anderen das Bakterium Helicobacter pylori. Alle anderen bekannten Auslöser der Geschwürbildung sind selten.

Viele der möglichen anderen Auslöser wie z.B. Stress, Coffein oder Nicotin sind nicht ursächlich an der Geschwürbildung beteiligt. Sie können jedoch deren Verlauf negativ beeinflussen. So muss darauf geachtet werden, dass Patienten, die die entsprechenden geschwürauslösenden Medikamente über einen längeren Zeitraum eingenommen haben, zusätzlich Medikamente zum Schutz des Magens bekommen. Bei allen Patienten, die Träger des Helicobacter pylori sind, muss eine Behandlung dieser Infektion mit Antibiotika erfolgen. Mit den heute zur Verfügung stehenden Medikamenten kann dieses Bakterium innerhalb einer Woche sehr zuverlässig und ohne gravierende Nebenwirkungen behandelt werden.

Als allgemein vorbeugende Maßnahmen werden ein geregelter Tagesablauf und insbesondere Zeit zum Essen angesehen. Vermeidung von Stress und Erlernen von Entspannungstechniken, die helfen, mit Stress besser umzugehen, unterstützen die Vorbeugung. Hilfreich ist auch ein maßvoller Genuss von Kaffee, Tee, Alkohol und Nicotin. Auf scharfe Gewürze sollte verzichtet werden. Kaffee sollte nie auf nüchternen Magen getrunken werden. Medikamente, die die Entstehung eines Geschwürs fördern, sollten abgesetzt oder eingeschränkt werden. Schmerzmittel sollten nur in dringenden Fällen eingenommen werden, und nach Möglichkeit nur, wenn sie vom Arzt verordnet wurden.

Seite 9 von 36