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Radikale in der Natur

Peroxide in Ethern

Beim Umgang mit Ethern, vor allem bei deren Destillation, ist größte Vorsicht geboten, da Ether unter Einwirkung von Luftsauerstoff gefährliche, schlag- und wärmeempfindliche, explosive Etherperoxide bilden.

Abb.1
Reaktion von Sauerstoff mit Diethylether

Die Peroxidbildung beginnt durch die Abspaltung eines α-H-Atoms durch molekularen Sauerstoff. Sauerstoff ist ein Diradikal und kann wie andere Radikale H-Atome aus C-H-Bindungen abspalten. Dabei ist die α-Position von Ethern besonders bevorzugt, da aus der Reaktion mit Sauerstoff ein stabilisiertes Radikal resultiert. Durch Rekombination dieses Kohlenstoffradikals mit einem Sauerstoffmolekül bildet sich ein neues Peroxidradikal und die Kettenreaktion kann erneut einsetzen. Durch Reaktion mit einem weiteren Ethermolekül entsteht ein Hydroperoxid und durch Radikalkupplung ein Peroxid.Solche Hydroperoxide oder Peroxide können natürlich nur gebildet werden, wenn keine α-Wasserstoffe vorhanden sind.

Ether können durch Zusatz von kleinen Mengen Hydrochinonen, einem Inhibitor für Radikalreaktionen, geschützt werden. Ebenso können Peroxide auch reduziert werden, was im Labor z.B. durch Destillation über Lithiumaluminiumhydrid (LiAlH4) ) erfolgt. Der Nachweis von Peroxiden bzw. Hyperoxiden in Ethern kann über Teststäbchen oder auch durch oxidation von Iodidlösungen erfolgen.

Abb.2

Allgemein wird der hier ablaufende Vorgang der langsamen Oxidation eines Stoffes durch Luftsauerstoff als Autooxidation bezeichnet. Der Reaktionsmechanismus entspricht einem Radikalkettenmechanismus, der durch Licht katalysiert wird. Dies ist der Grund, weshalb leicht oxidierbare organische Materialien in braunen Flaschen aufbewahrt werden sollten.

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