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Reaktionen von Carbonsäuren

Bildung von Alkylbromiden: Die Hunsdiecker Reaktion

Ähnlich wie die Kolbe-Elektrolyse ist auch die Hunsdiecker-Reaktion (benannt nach Heinz Hunsdiecker, geboren 1904) eine Decarboxylierungsreaktion, die über ein Carboxylradikal verläuft.

In einem ersten Schritt wird dabei aus dem Silbersalz der Carbonsäure und Brom ein Acylhypobromit gebildet. Die nachfolgenden Schritte entsprechen einer radikalischen Kettenreaktion, die durch die homolytische Spaltung der schwachen Sauerstoff-Brom-Bindung eingeleitet wird. Wird - durch Erwärmung - die schwache Sauerstoff-Brom-Bindung homolytisch gespalten, bilden sich ein Carboxylradikal und ein Bromatom. Wie im Falle der Kolbe-Elektrolyse spaltet das Carboxylradikal Kohlenstoffdioxid ab: Übrig bleibt ein Alkylradikal. Im dritten Schritt reagiert das Alkylradikal mit einem weiteren Hypobromitmolekül: Es bilden sich Produkt (Alkylbromid) und aktive Zutat (Carboxy-Radikal). Die zur Reaktion benötigten Silbersalze sind durch Umsatz der Säuren mit Silberoxid erhältlich.

Abb.1
Das Prinzip der Bildung von Alkylbromiden (Hunsdiecker Reaktion)
Abb.2
Beispiel für die Bildung von Alkylbromiden
Tab.1
Mouse
Abb.3
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Abb.4

In einer Variante der Hunsdiecker-Reaktion kann die Carbonsäure auch direkt umgesetzt werden. Die Reaktion ist auch mit Chlor und Iod durchführbar. Der organische Rest sollte in α-Position nicht verzweigt sein.

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