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Reaktionen der Alkene

Halohydrinreaktion

Die Anwesenheit anderer Nucleophile bei der Addition von Halogenen an Alkene ergibt die Möglichkeit, dass diese in einer Konkurrenzreaktion den Dreiring öffnen. So wird zum Beispiel bei der Bromierung von Ethen in Gegenwart von Chlorid-Ionen neben 1,2-Dibromethan auch 1-Brom-2-chlorethan erhalten.

Lösungsmitteleinfluss
Werden bei Bromierungs- oder Chlorierungsreaktionen nucleophile Lösungsmittel wie z.B. H2O oder Alkohole verwendet, so unterdrücken sie mit ihrem Überschuss die Anlagerung des Halogenid-Ions und es kommt stattdessen zu einem nucleophilen Angriff des Lösungsmittels.

Führt man die Halogenierung von Alkenen in einem wässrigen Medium durch, ist das Hauptprodukt der Reaktion nicht ein vicinales Dihalogenid, sondern ein halogenierter Alkohol, ein Halohydrin, in dem eine OH-Gruppe in Nachbarschaft zum Halogenid steht. Das ist die so genannte Halohydrinreaktion.

Abb.1
Halohydrinreaktion

Solche Halohydrinreaktionen helfen auch die Regiochemie der anti-Addition zu untersuchen, denn bei unsymmetrischen Alkenen sind die beiden C-Br-Bindungen in dem Bromonium-Ion nicht gleich stark. Der stärker substituierte Kohlenstoff trägt den größeren Anteil der positiven Ladung, die dort durch Hyperkonjugation besser stabilisiert wird. Die Aktivierungsenergie für den Bindungsbruch ist deshalb dort geringer und das nucleophile Lösungsmittel greift diese Position bevorzugt an.

Übung

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