Im Prinzip gibt es zwei Ansätze, die elektronische Struktur der Doppelbindung zu erklären:
Valence-Bond-Modell (Hybridorbitale bilden, mit je einem Elektron besetzen und dann zu Bindungen kombinieren)
Molekülorbital-Theorie (Atom- oder Hybridorbitale zu Molekülorbitalen kombinieren und dann mit Elektronen besetzen)
Die zunächst einfachere oder zumindest anschaulichere Methode ist es,
Hybridorbitale zu bilden und diese mit ungepaarten Elektronen besetzter Orbitale zu Bindungen
zu kombinieren, die dann jeweils zwei gepaarte Elektronen enthalten. Kohlenstoff besitzt in
der Valenzschale vier Elektronen, die sich auf vier Atomorbitale
(2s, 2px, 2py, 2pz)
verteilen. Um die Gleichartigkeit aller vier Bindungen im Methan zu erklären, haben wir
alle vier Atomorbitale zu vier gleichen
Aus zwei
Die Bindung zwischen den beiden C-Atomen wird durch eine sogenannte σ-Bindung (grau) und eine π-Bindung (blau) vermittelt. σ-Bindungen nennt man Bindungen, deren Elektronendichte annähernd rotationssymmetrisch um die Bindungsachse zwischen den beiden verbundenen Atomen verteilt ist (z.B. auch die C-H-Bindung). In π-Bindungen gibt es eine sogenannte Knotenebene, d.h. eine Ebene durch beide Atomkerne, in der die Elektonendichte gleich Null ist. Die Bindung kommt hier durch die Elektronen unterhalb und oberhalb der Ebene zustande. Obwohl dadurch zwei Pfade (blaue "Würste" in der Abbildung) von Elektronen zwischen den Atomen entstehen, wird die π-Bindung nur als eine Bindung gezählt.