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Chemikaliengesetz

Historisches zur Entwicklung des Chemikaliengesetzes

Das Auftreten von schweren Störfällen und zunehmende Erkenntnisse über die möglichen negativen Auswirkungen von Chemikalien auf den Menschen und die Umwelt haben erheblich zur Entwicklung des Chemikaliengesetzes beigetragen.

Am 10. Juli 1976 ereignete sich in Seveso (Italien) einer der folgenschwersten Störfälle der chemischen Industrie. Bei der Produktion von Pflanzenschutzmitteln gelangten große Mengen des von diesem Zeitpunkt an auch "Seveso-Dioxin" genannten Giftes 2,3,7,8-Tetrachlordibenzo[1,4]dioxin (2,3,7,8-TCDD) in die Umwelt. Neben den Arbeiter der Firma Icmesa waren auch die Bewohner von Seveso massiv von Hautschäden (Chlorakne) betroffen.

Dieser Störfall gilt, ebenso wie ein Störfall am 1.11.1986 in Basel (Schweiz), als bei der Firma Sandoz Löschwasser in den Rhein gelangte und über etliche Kilometer alle Fische tötete, als Auslöser für eine europaweit verbesserte Chemikalienpolitik. Das Chemikaliengesetz, die Richtlinie über Anlagensicherheit (die so genannte Seveso-Richtlinie) und das Basler Übereinkommen zur grenzüberschreitenden Verbringung gefährlicher Abfälle sollten damals dazu beitragen, dass sich so ein Störfall nicht wiederholten würde.

Aber auch schon früher hat man sich Gedanken über die Sicherheit gemacht, denn erste Kontrollverfahren für spezielle Chemikalien und bestimmte Verwendungszwecke gab es lange vorher.

Tab.1
JahrEreignis
1884wurde das "Gesetz gegen den verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen" formuliert, aus Anlass des im Jahr 1883 fehlgeschlagenen Attentats auf den Deutschen Kaiser Wilhelm I.
1939gab es das erste "Gesetz über gesundheitsschädliche oder feuergefährliche Arbeitsstoffe", das 1971 in die Arbeitsstoffverordnung überging (und damit auch 1986 in die Gefahrstoffverordnung einfloss).
1967wurde die erste Chemikalienrichtiline in der EWG (Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft) formuliert.
1980entstand die erste Fassung des Chemikaliengesetzes (ChemG), das vor allem darauf abzielt, die Einwirkungen von gefährlichen Stoffen auf die Umwelt, die menschliche Gesundheit und den Arbeitnehmer beim Umgang mit Gefahrstoffen zu verhindern.
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