zum Directory-modus

Toxikodynamik - Grundlagen toxischer Wirkungen

Der Dosisbegriff in der Toxikologie

Dosis
Eine Dosis ist die tatsächlich von dem Organismus aus seiner Umwelt aufgenommene Menge einer Substanz oder eines Substanzgemisches. Die Einheit der Dosis wird manchmal in absoluten Masseneinheiten (mg, g) angegeben, häufiger jedoch bezogen auf die Körpermasse (mg kg–1) oder auch auf die Körperoberfläche, vor allem dann, wenn Extrapolationen zwischen verschiedenen Versuchstierspezies gemacht werden sollen.

Ein chemischer Stoff muss in direktem Kontakt mit einem Organismus treten, um diesen Organismus schädigen zu können - dieser Vorgang wird auch Exposition genannt. Die beiden Begriffe Dosis und Exposition werden auch in fachlichen Diskussion nicht immer klar getrennt. Die Festlegung maximaler Konzentrationen eines Stoffes am Arbeitsplatz (MAK-Werte) nach der alten Gefahrstoffverordnung basierte auf der Annahme, dass zwischen einer Schadstoffkonzentration und einer Gesundheitsgefährdung eine kausale (quantitative) Beziehung besteht, was aber nicht zwingend der Fall sein muss. Dieser MAK-Wert ist in der heute gültigen Version der Gefahrstoffverordnung durch den Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) ersetzt.

Für das Ausmaß eines Effektes ist die Menge einer Substanz oder der aus dieser Substanz gebildeten reaktionsfähigen Metaboliten relevant, die mit Zielmolekülen (Proteine, DNA) im Zielgewebe reagiert hat - die biologisch wirksame Dosis (target dose). Die target dose ist aber in der Regel nur schwer bestimmbar, da die Verbindungen im Metabolismus verändert werden und die Probennahme im Organismus kaum realisierbar ist. Das Auftreten toxischer Effekte hängt also ab

  • vom Ausmaß der (äußeren) Exposition,
  • von der tatsächlichen Aufnahme in den Organismus (innere Exposition),
  • von der Aktivierung bzw. Inaktivierung durch den Metabolismus
  • und der daraus resultierenden Menge des Schadstoffes bzw. der reaktiven Metaboliten in den Zielzellen.
Seite 3 von 17