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Quellen toxischer Substanzen im Alltag

Schadstoffe im Trinkwasser

Schadstoffe können auch über das Trinkwasser aufgenommen werden. Vermutlich geraten täglich zehntausende verschiedene Chemikalien in das Grundwasser, die selbst mit modernen Wasseraufbereitungsanlagen nicht wieder vollständig entfernt werden können. Hier sind neben Pestizidrückständen auch Rückstände aus der Agrarproduktion (chemischer Pflanzenschutz, Düngemittelrückstände) von Bedeutung. Die zulässigen, toxikologisch unbedenklichen Höchstmengen von bestimmten Stoffe regelt in der Bundesrepublik Deutschland die Trinkwasserverordnung.

Der Eintrag von Schwermetallen in das Trinkwasser ist mittlerweile von untergeordneter Bedeutung, da die früher sehr verbreitete Verwendung von bleihaltigen Wasserleitungen beim Hausbau nicht mehr zulässig ist. Probleme mit einer trinkwasserbedingten Belastung durch Blei bestehen dann nur noch in nicht sanierten Altbauten. Bei neu verlegten Rohrleitungen kann es jedoch in der Anfangsphase bis zur Passivierung der Metallrohre zu erhöhten Konzentrationen insbesondere von Kupfer- und Zink-Ionen im Trinkwasser der Endverbraucher kommen.

Aber auch Hormone und Medikamente (Antibiotika, Antibabypille), die von Menschen ausgeschieden oder fahrlässig in der Toilette entsorgt werden, gelangen in zunehmendem Maße in unser Trinkwasser. Dazu kommen noch eine Reihe so genannter Xenoestrogene, synthetische Verbindungen mit estrogener Wirkung im Säugetier-Organismus, die z.B. als Weichmacher, Tenside oder auch als Desinfektionsmittel industriell verwendet werden und zu einem gewissen Teil im Grundwasser zu finden sind. Diese Xenoestrogene können aufgund ihrer Hormonwirkung u.a. die Spermienproduktion verringern, das Immunsystem schädigen oder auch die Rate des Auftretens von Brust- und Prostatakrebs erhöhen.

Halogenierte Kohlenwasserstoffe wie Chloroform, Dichlormethan und Tetrachlorkohlenstoff entstehen bei der zur Desinfektion durchgeführten Chlorierung von Trink- und Brauchwasser aus geeigneten organischen Vorstufen, die sich im Grundwaser finden. Die toxikologische Risikobewertung dieser chlororganischen Verbindungen wird durch die geringen Konzentrationen im Trinkwasser sehr erschwert. Höhermolekulare halogenhaltige Kohlenwasserstoffe wie polychlorierte Biphenyle (PCB), Chlorphenole und polycyclische Kohlenwasserstoffe finden sich ebenfalls als Kontaminanten im Trinkwasser.

Abb.1
Pentachlorphenol (PCP)
Abb.2
Dichlor-diphenyl-trichlorethan (DDT)

PCP und DDT unterliegen inzwischem einem Herstellungs- und Verwendungsverbot (Gefahrstoffverordnung: Anhang IV).

Lerneinheit zum Thema der Dioxinanalytik

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